Books, Movies and More
Schreibe einen Kommentar

Bis(s) zum Abendrot – Stephenie Meyer

Twilight_Buch_1

Nachdem ich die ersten beiden Bücher gelesen habe, alle bisher erschienenen Filme und nun auch schon in der Vorpremiere Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht (Teil 1) gesehen habe, dachte ich mir ist es an der Zeit auch mal mit den Büchern bis zum zweiten Film des letzten Teils aufzuholen.

Bis(s) zum Abendrot (englischer Originaltitel: Eclipse) liegt nun auch schon seit dem deutschen Erscheinungsjahr 2008 im Regal und wartet darauf gelesen zu werden.

Da ich bisher alle Filme recht unterhaltsam fand und meiner Meinung nach diese auch immer recht nah am Original gedreht wurden, erwarte ich auch bei diesem Buch keine größeren Überraschungsmomente.

INHALT: Bis(s) zum Abendrot beginnt im Wesentlichen mit der Meldung mysteriöser Todesfälle in Seattle. Unbekümmert erklärt Edward Bella, dass es sich dabei wohl um neugeborene Vampire handelt, die sich ohne einen bereits erfahrenen Vampir in Seattle „austoben“. Indes füllt Bella unfreiwillig weitere Bewerbungen für verschiedene Colleges in den USA aus, wobei sie auch versucht dem zu entkommen, indem sie ihre Pläne, ein Vampir zu werden, verbalisiert.

Nach einer gewissen Zeitspanne haben sich dann auch Bella und Jacob wieder vertragen und so verbringen die beiden auch Zeit miteinander bis zu jenem Tag an dem Jacob Bella seine Liebe gesteht und sie dazu zwingt, ihn zu küssen. Die entsetzte Bella will Jacob eine Backpfeife geben, doch allein weil Jacob ein Werwolf ist, bricht sie sich dabei ihre Hand. Seit diesem Augenblick besteht zwischen Bella und Jacob eine „immer mal wieder“-Freundschaft, denn beide können nicht mit aber auch nicht ohne einander.

Weiter in der Geschichte, gesteht Bella Edward ihre unendliche Liebe und wünscht sich nichts weiter, als für immer bei Edward zu sein. Dieser nutzt die Situation und macht Bella einen Heiratsantrag. Nur wenn sie diesen annimmt und ihn auch tatsächlich ehelicht, will er sie in einen Vampir verwandeln. Bella willigt ein. Um die Hochzeit geheim zu halten, beschließen Bella und Edward nach Las Vegas zu reisen, doch dazu sollte es nicht kommen. Alice, die kleine Schwester Edwards, überredet Bella dazu, dass sie die Hochzeit für beide planen darf. Derweil fällt Bella ein, dass drei schlimme Dinge seit der Wiederkehr Edwards geschehen sind: Die Neugeborenen in Seattle, der Fremde in ihrem Zimmer und Victoria, die nach Bella suchte. Diese Dinge hängen alle zusammen, denn die Neugeborenen werden von Victoria, die einen Helfer hatte, der die Neugeborenen trainierte.

Ein gemeinsamer Feind und die nahende Bedrohung lassen die Cullens und das Werwolfrudel zusammenarbeiten, sodass diese beschließen auf einer Lichtung den Neugeborenen und Victoria gegenüberzutreten und diese zu bekämpfen. Doch Victoria wollte nie mit den Neugeborenen kämpfen, sondern Bella mit Edward alleine wissen, sodass die Neugeborenen lediglich eine Ablenkung für den Rest des Cullen Clans darstellten. Doch mit der Zusammenarbeit der Werwölfe rechnete Victoria gar nicht, sodass sie und die Neugeborenen besiegt und verbrannt wurden.

Das Buch endet mit einem wütenden Jacob, der nicht mit der Hochzeit Bella und Edwards einverstanden ist, und rennt wutentbrannt davon.

REZENSION: Trotzdem, dass ich den Film bereits gesehen hatte, war ich dennoch gespannt, ob mir das dritte Buch der Twilight-Saga genauso gefällt, wie Bis(s) zum Morgengrauen und Bis(s) zur Mittagsstunde. Nachdem ich nun Bis(s) zum Abendrot gelesen habe, muss ich gestehen, dass ich nicht wirklich zufrieden bin. Denn auch wenn es einige Momente im Buch gab, die ich wirklich genossen habe, gab es leider genauso viele Momente, wo ich am liebsten aufgehört hätte zu lesen.

War einst Bella ein Charakter, mit dem sich jeder Leser identifizieren konnte, ist sie in Bis(s) zum Abendrotzu einem weinerlichen, unentschlossenen, melodramatischen, Edward abhängigen Riesenbaby geworden. Auf der einen Seite verstehe ich, wie Bella sich gefühlt haben muss, nachdem Edward sie verlassen hatte, doch auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, dass sie auch nach der Rückkehr Edwards einfach dieses emotionale Wrack geblieben ist. Eigentlich hätte sie glücklich sein müssen. Aber nein, stattdessen zieht Stephenie Meyer, die Autorin, einen weiteren Joker: Bella realisiert, dass sie Jacob liebt. *doh* Es wirkte schon immer recht seltsam, dass Bella so stark abhängig von Edward war, aber es war okay, denn es ist Bellas und Edwards Liebesgeschichte. Jetzt aber ist das Ganze einfach nur noch aberwitzig und töricht.

Was lässt also die „Liebe“ zwischen Bella und Jacob so paradox erscheinen? Nun ja, Jacob war ein gutmütiger Mensch, er hat Bella geholfen über Edward hinwegzukommen oder zumindest ihn zeitweise zu vergessen. Dafür habe ich ihn gemocht und war auch Pro-Jacob. Doch dann kam Edward wieder und predigte unentwegt, dass er Bella nie wieder verlassen wird. Jacob, borniert und dessen überdrüssig, gab sich dann zu oft in Bis(s) zum Abendrot als egoistischen, manipulativen und teilweise aggressiven Idioten aus, sodass er bis auf die letzte Unterhaltung mit Bella mir sehr unsympathisch erschien. Dennoch scheint Bella dumm genug zu sein, sich in diesen Jacob zu verlieben …

Zwischen dem ganzen Gemenge einer „immer mal wieder“-Freundschaft-Liebe-„was auch immer“-Beziehung zwischen Bella und Jacob ist Edward irgendwie verloren gegangen. Ich konnte noch nie wirklich für Edward fühlen. Doch in diesem Buch tat er mir schon etwas leid, denn er wurde von Bella letztlich nur ausgenutzt, sodass eigentlich sie diejenige sein müsste, die ihre Schuld begleichen müsste – nicht etwa nur Edward, weil er sie verlassen hatte. Allein die Tatsache, wie Bella ihn jedes Mal anflehte, dass er bestimmte Dinge für sie tut, die nicht nötig gewesen wären, oder wie sie ihm bestimmte Dinge verboten hatte, hat in mir den Wunsch geweckt weiterblättern zu wollen.

Aber das eigentliche Problem von Bis(s) zum Abendrot ist die Tatsache, dass es keinen wirklichen Höhenpunkt gibt. Ich habe das Buch gelesen, gelesen, gelesen und dann war es zu Ende, ohne das wirklich etwas passiert ist. Die als episch angedeutete Schlacht mit den Neugeborenen und Victoria war innerhalb eines Kapitels von gut 20 Seiten vorüber. Die allmächtig erscheinenden Volturi waren auf kaum 10 Seiten gekommen, haben ihren Hokus Pokus veranstaltet und sind wieder gegangen. Und das einzige was dem Leser blieb ist das Liebesdreieck zwischen Edward, Bella und Jacob, wie in den restlichen 90% des Buches.

FAZIT: Das ganze Buch war mehr oder minder äußerst langatmig. Ich hatte mir mehr versprochen, mehr Volturi, mehr detaillierte Kampfszenen, mehr Gefühl und Charakterliebe. Doch letztlich habe ich nur ein 600-Seiten-Buch bekommen mit viel Geseier und Selbstmitleid. Dieses Buch hat das mühsam aufgebaute Konstrukt von Stärken und Schwächen einzelner Charaktere aus den letzten beiden Bänden im Nu zerstört. Die Bella, der Edward und der Jakob in Bis(s) zum Abendrot hätten ebenso irgendwelche Rollen in einer schlechten Telenovela sein können. Wenn es nicht die Geschichten von Jasper und Rosalie, die Legenden der Quileute und eine – wenn nun auch zum Teil sehr oberflächlich –  kleine quirlige Alice in diesem Buch gegeben hätte, würde ich sagen, dass das Buch ein totaler Reinfall ist, doch so gab es wenigstens einige spannende und lustige Momente.

35-sterne

• Genre: Kinder- & Jugendbuch (Vampirroman) • Verlag: Carlsen (14. Februar 2008) • ISBN: 978-3551581662 • Seiten: 624 Seiten • Originaltitel: Eclipse • Reihe: Bis(s)-Reihe (engl. Twilight Series) • Band 1: Bis(s) zum Morgengrauen • Band 2: Bis(s) zur Mittagsstunde •

(Buch © Carlsen)

Kommentar verfassen