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Breaking Dawn: Bis(s) zum Ende der Nacht

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Jede Geschichte hat ein Ende und mit Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht Teil 1 wird nun das Finale einer der erfolgreichsten, romantischsten und dramatischsten Teenie-Sagas eingeläutet.

Das relativ kleine Filmstudio Summit Entertainment hat bereits im Vorfeld mit diversen Teasern und Trailern die Vampirhochzeit des Jahres zwischen dem heldenhaften und triebkontrollierten Vampir Edward Cullen (Robert Pattinson) und der leidenschaftlich, doch sehr introvertierten Menschin Isabella „Bella“ Swan (Kristen Stewart) angekündigt und das definitiv mit Erfolg: Weltweit hat der Film in knapp einer Woche rund 300 Millionen US-Dollar eingespielt.

Die erste mit einigem Humor gespickte Hälfte des Films beginnt mit eben dieser Hochzeit und den anschließenden Flitterwochen nach Rio auf eine einsame Insel – Zyniker würden jetzt behaupten „Eine einsame Insel mit viel Sonne?! Macht natürlich Sinn, wenn der Bräutigam untot ist und funkelt.“ Während Edward und Bella nun ihre erste gemeinsame Nacht verbringen, wird nach einigen Tagen schnell klar, dass Bella einen kleinen Vampir in sich trägt. Eigentlich unmöglich beginnt mit dieser Neuigkeit die zweite Hälfte des Films. Denn die Schwangerschaft bringt enorme Schwierigkeiten mit sich: Bella könnte, schwanger mit einem Vampir-Hybrid, sterben und das Rudel der Quileute Werwölfe beschließt den Pakt zwischen ihnen und den Cullens zu brechen und Bella mit dem Mini-Dracula im Bauch zu töten. Letzteres stellt Jacob Black (Taylor Lautner), welcher ebenfalls ein Quileute Werwolf ist, vor eine lebenswichtige Entscheidung, denn entweder er hilft der Frau, die er liebt, und wird von seinem Rudel verstoßen oder er hilft seinem Rudel und wird für immer und ewig unglücklich sein.

Eigentlich müsste man den Film als Fan nun mehr als preisen, denn der Film ist eine perfekte Fortsetzung der ersten drei Filme und Regisseur Bill Condon (Chicago, Dreamgirls) hat das vorbildlich verstanden, denn warum sonst sollte er in den ersten paar Minuten des Films Jacob zeigen, wie dieser sein Hemd vom Körper reißt und seinen nackten durchtrainierten Oberkörper in die Kamera hält?

Leider gibt es einige kleinere Mängel, die bereits in vorangegangen Filmen aufgefallen sind. Zeitweise wird selbst der eingefleischte Fan auf eine große Belastungsprobe gestellt. Denn nicht nur die ständigen und dann doch wieder geleugneten Liebeserklärungen lassen die Ohren schlackern, sondern auch die teilweise doch recht langen Konversationen zwischen Bella und Edward, zumal auch hier nur über den Egoismus des jeweiligen Charakters geschimpft und die Nächstenliebe abgestritten wird. Da ist es dann schon eher eine Wohltat, wenn der doch sehr wortkarge Jacob sich mit der noch menschlichen Bella unterhält.

Weiterhin gibt es einige Fans, die die Bücher nicht gelesen haben, was Rezensionen auf einer Online-Shopping-Plattform immer wieder beweisen. Woher sollen also diese Menschen wissen, warum Bella davon träumt, mit Edward Schach zuspielen, um dann nach etlichen Spielen zu gewinnen und den König umschmeißen kann? Woher sollen diese Menschen wissen, was Prägen eigentlich wirklich bedeutet? Beide Dinge wurden im Film nur oberflächlich angekratzt und nie wirklich erklärt. Einerseits bekommen die Franchise Firmen die Fans so dazu auch die Bücher zu lesen, andererseits hätte man diese Tatsachen auch einfach anders verpacken können, zumal auch andere Szenen, welche im Film enthalten sind, im Buch nie auftauchen. Letztlich schadet es dem Film nicht, nur hätte man es an dieser Stelle besser durchdenken können.

FAZIT: Der treue Fan der Filme und der Bücher von Stephenie Meyer, die auch gleichzeitig einer der Produzenten der Filme ist, wird auch Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht Teil 1 trotz kleinerer Fauxpas lieben und genießen. Aber diejenigen, die mehr oder minder dazu gezwungen werden, wie Mütter, Väter oder der Freund sollten einfach akzeptieren, dass hier nicht die typischen Klischees über Vampire und Werwölfe bedient werden. Diese Vampire sind enorm stilsicher, machen sich nichts aus Tageslicht und fletschen schon gar nicht die Zähne, sobald ein armes kleines Menschlein an der Tür klingelt. Ja, selbst die Werwölfe sind total sozial. Somit ist und bleibt Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht Teil 1 letztlich dann doch nur eine wunderschöne und spannende Liebesgeschichte zwischen einem Vampir, einem Menschen und einem Werwolf.

40-sterne

• Genre: Fantasy • Studio: Concorde Video (29. März 2012) • ASIN: B0065FVVU2 • Dauer: 117 Minuten • Originaltitel: Breaking Dawn Part 1 • Reihe: Die Twilight-Saga (engl. The Twilight Saga) • Teil 3: Eclipse – Bis(s) zum Abendrot • Teil 4: Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht (1) •

(Bilder © Concorde Filmverleih)

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