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[Rezension] Cryer’s Cross – Lisa McMann

Cryer's Cross

INHALT: In Cryer’s Cross, einer kleinen Farmergemeinde in Montana (USA), leben 212 Menschen bis zu dem Tag, an dem ein Mädchen aus der Highschool spurlos verschwindet. In einer Großstadt hätte sich die Polizei darum gekümmert, doch in Cryer’s Cross helfen alle mit, das Mädchen zu finden. Doch vergebens. Man versucht weiterzuleben, so auch Kendall Fletcher.
Doch Kendall ist kein gewöhnliches Mädchen, keine gewöhnliche Mitschülerin, denn Kendall hat Zwangsstörungen. Sie muss alles zählen, sie muss alles richtig anordnen. Und das Fehlen eines Glieds in der Kette verkraftet ihr Gehirn nur mit Mühe. So muss sie stets an das verschwundene Mädchen aus ihrer Highschool denken. Ihre einzige Flucht vor den alltagsbestimmenden Zwangsstörungen sind das Tanzen und der Fußball. Nur bei diesen Aktivitäten lassen die Stimmen in ihrem Kopf verstummen.
Kurz, nachdem alles wieder seinen normalen Gang geht, verschwindet nun auch Kendalls bester, liebster, verständnisvollster Freund Nico. Kendall ist aufgelöst vor Trauer. Ihr kleines Herz scheint gebrochen zu sein, denn irgendwie hat sie ihn geliebt. Doch nun ist er fort. Für immer? Kendall versucht natürlich einen Schuldigen zu finden, und wer würde da nicht besser passen als dieser merkwürdige neue Typ an ihrer Schule namens Jacian.
Wer ist überhaupt dieser grummelnde und mysteriöse Jacian? Hat er wirklich was mit Nicos und Tiffanys Verschwinden zu tun? Sind die beiden Schüler vielleicht auch nur abgehauen, weil sie das Farmer-Leben in Cryer’s Cross über hatten?

REZENSION: Dies ist das erste Buch, welches ich von Lisa McMann gelesen habe. Und es hat mir (fast) komplett gefallen. 😛
Bei Cryer’s Cross handelt es sich zunächst einmal um einen Mystery-Roman – zwei Teenager verschwinden spurlos auf mysteriöse Weise. Doch Mystery allein ist es nicht, was den Roman ausmacht. Man lernt in Grundzügen gewisse Dinge über Zwangsstörungen kennen, wie sie einen das Leben erschweren und wie Menschen versuchen damit umzugehen. Einen großen Teil machen dabei natürlich Freundschaft und auch die Liebe aus.
Lisa McMann hat die Charaktere wunderbar in den wenigen Seiten zum Leben erweckt. Der Hauptcharakter Kendall Fletcher ist ein liebevolles Mädchen mit den bereits erwähnten Zwangsstörungen. Die Art und Weise wie Kendall damit im Buch umgeht, lassen sie so zerbrechlich und doch stark wirken.
Aber auch das Buch ist sehr gelungen. Lisa McMann hat es nämlich geschafft, den Leser ans Buch zu binden. Gerade wegen der wenigen Seiten, wegen dem einen oder anderen unerwarteten Twist der Geschichte und natürlich auch wegen der Spannung möchte man unbedingt wissen, wie es weitergeht, wie es ausgeht. Und so ist es möglich, die Geschichte an nur einem einzigen Abend auszulesen.
Doch leider ist das Buch nicht ganz perfekt. Schade. Denn leider ist die Auflösung der ganzen Geschichte etwas merkwürdig. Sie ist zwar gut und überzeugend formuliert. Man fühlt in gewisser Hinsicht auch eine Erleichterung, wenn alles aufgeklärt wird. Aber sie ist nicht zufriedenstellend genug. Es fehlt irgendwas. Dennoch, und das ist nicht zu verachten, das Buch, hat zumindest bei mir, einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

FAZIT: Cryer’s Cross ist eine nicht allzu verzwickte und doch relativ geradlinige Story, was nicht bedeutet, dass die Handlung vorhersehbar ist. Hier hat Lisa McMann mit ihren wunderbaren Charakteren und derer Eigenschaften gegengewirkt. Das Buch ist nicht perfekt und so kann es sein, dass man vielleicht etwas über die Auflösung der Geschichte enttäuscht sein wird. Aber nichtsdestotrotz sollte man sich das kleine, in sich doch schlüssige Buch zu Gemüte führen. Das heißt, sucht man nach einer spannenden, leicht gruseligen und nicht allzu langen Geschichte, welche einen dann doch irgendwie die halbe Nacht wachhält, dann ist man mit Cryer’s Cross bestens bedient.

40-sterne

• Genre: Mystery • Verlag: Bastei Lübbe (Baumhaus) (2012) • ISBN: 978-3833901621 • Seiten: 224 Seiten •

(Buch © Bastei Lübbe)

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