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[Rezension] A Sweethaven Summer – Courtney Walsh

A Sweethaven Summer

INHALT: Das Buch beginnt mit einem Rückblick ins Jahr 1987. Die 17-jährige Suzanne Carter sitzt in ihrem Zimmer und gestaltet zum letzten Mal eine Seite in einem Scrapbook, welches sie und ihre drei besten Freundinnen, Jane Anderson, Lila Adler und Meghan Barber, in den vergangen 5 Jahren immer im Sommer gemeinsam zusammengestellt haben. Die Einträge bestehen aus kleinen handschriftlichen Zetteln, Eintrittskarten, aber auch vielen Fotos. Doch der letzte Eintrag, der an dem Suzanne gerade arbeitet, offenbart ein unangenehmes Geheimnis: Suzanne ist schwanger mit ihrer Tochter Campbell.

Ins Jetzt katapultiert, findet der Leser eine zutiefst traurige 24-jährige Campbell vor, die mit den Umständen der Beerdigung ihrer Mutter zu kämpfen hat. Noch bevor ihre Mutter den Kampf gegen den Krebs verloren hatte, wollte diese mit Campbell über ihre Vergangenheit reden. Doch dazu sollte es nie kommen, denn am Tag der Aussprache, fand Campbell ihre Mutter tot auf dem Boden ihres Hauses liegen. Geschockt von den Umständen vergisst Campbell zunächst über das geplante Gespräch. Doch als sie nach der Beerdigung in das Haus ihrer Mutter eintrifft, fällt ihr eine große Truhe im Wohnzimmer auf und damit auch das geplante Gespräch. Enthält diese Truhe schlimme Geheimnisse? Campbell öffnet die Truhe und findet ein zerpflücktes altes Scrapbook vor, welches von 4 unterschiedlichen Mädchen, offensichtlich 4 besten Freundinnen erstellt wurde. Und eine davon ist Campbells Mutter Suzanne.

Hier beginnt die tatsächliche Geschichte von „A Sweethaven Summer“. Wie Campbell schnell merkt, hatte ihre Mutter eine Vergangenheit von der Campbell selbst nie etwas wusste, von der ihre Mutter ihr nie etwas erzählt hat. Dabei sahen die Mädchen auf den vielen Fotos in der Kleinstadt Sweethaven stets glücklich aus. Plötzlich klingelt das Telefon. Am anderen Ende ist eine Frau namens Adele Barber, die Mutter von Meghan. Offensichtlich hat sie noch nichts vom Tod von Suzanne gehört und ist mehr als schockiert. Doch mit ihrer lieben Art bietet sie gleich ihre Hilfe an, im Falle, dass Campbell irgendetwas braucht. Und so notiert sich Campbell Adeles Adresse. Nach dem Gespräch ist Campbell noch verwirrter, denn scheinbar hat ihre Mutter, kurz vor ihrem Tod versucht alles ins Reine zu bringen, nicht nur indem sie wieder nach Sweethaven gefahren ist, sondern auch Briefe an ihre (ehemals?) besten Freundinnen mit denen sie so viele Jahre nicht mehr gesprochen hat, geschrieben hat. Ohne zu zögern, schickt Campbell diese Briefe ab und beschließt ihr Wochenende in Sweethaven bei Adele zu verbringen auf der Suche nach der Vergangenheit ihrer Mutter und vielleicht auch ihres Vaters.

REZENSION: Bei diesem Buch handelt es sich um den ersten Teil der Serie „The Sweethaven Circle“ und um den Debutroman von Courtney Walsh, die wie ich finde, einen sehr schönen Roman geschrieben hat. Das Buch oder vielmehr die Geschichte beginnt doch sehr traurig, aber relativ zügig wird diese lebendig und man will unbedingt wissen, wie es weitergeht. Und so liest man, und liest man, und liest man und hat das Buch beendet. Das Bedürfnis immer weiter lesen zu wollen, rührt daher, dass nicht nur aus der Perspektive eines Charakters die Geschichte erzählt wird, sondern dass es viele verschiedene Icherzählerinnen gibt, wie Campbell, die drei (ehemaligen?) Freundinnen und Adele. Ich denke, so hat es auch Courtney Walsh geschafft, die Handlung flott und liebevoll zu gestalten. Nebst der beschriebenen Umgebung blühen auch die Charaktere durch die diversen Perspektivwechsel auf, denn so lernt der Leser die Charaktere besser kennen und auch lieben. Auch stellt der Leser schnell fest, dass nicht nur Suzanne in all den Jahren mit Problemen und Geheimnissen zu leben hatte.

Es gibt auch einen Punkt, der nicht außer Acht gelassen werden sollte. Gott spielt in dieser Geschichte eine zwar ungeordnete Rolle, jedoch ist dieser allgegenwärtig. So wird vor der festlichen Mahlzeit gebetet oder sich auch gefragt, warum Gott das zugelassen hat. Es ist kein streng religiöser Glaube, der im Buch dargestellt wird, sondern es ist vielmehr eine Lebenseinstellung frei nach dem Motto: Ich glaub an etwas, dass uns beschützt und dieses etwas nenne ich Gott. Ich bin selber nicht religiös, glaube also auch nicht an Gott, aber dieses Lebensgefühl was die Charaktere mit ihrem Gott erleben, macht sie durchaus charmant und liebenswert. Allerdings gibt es genau an dieser Stelle ein Punkt, der mich zu Beginn des Romans genervt hat: Campbell lamentiert zu viel, zu oft, zu depressiv. Will sagen, während die anderen Hauptcharaktere mit Gott als ständigen Begleiter leben, fragt sich Campbell, vor allem am Anfang der Geschichte, warum Gott das zugelassen hat, weshalb Gott das zugelassen hat. Natürlich ist es verständlich, denn ihre Mutter ist gerade gestorben. Aber auch zum Ende hin verfällt Campbell immer wieder in eine Art Gedankenmonolog. Hier hätte ich mir etwas mehr Frische wie bei den anderen Charakteren gewünscht. Aber das war ja nur das erste Buch von drei. Und da mir das Buch so gut gefallen hat, werde ich mit Sicherheit auch noch die anderen beiden Bücher des Sweethaven Circles lesen.

FAZIT: Das Buch gefällt unglaublich gut. Die Erzählweise spiegelt die Sicht mehrere Hauptcharaktere wieder und lässt die Handlung dadurch enorm aufblühen. Mir gefällt auch die Tatsache, dass Gott hier als Lebenseinstellung, als Zugehörigkeit einer bestimmten Gemeinde repräsentiert wird und nicht als etwas streng Religiöses. Leider resultiert hieraus ein Minuspunkt, denn einer Charaktere verfängt sich für meinen Geschmack zu oft in einen inneren Monolog ab und zu an Gott gerichtet. Nichtsdestotrotz eine Empfehlung wert. 🙂

45-sterne

• Genre: Populäre Belletristik • Verlag: Guideposts Books (2012) • ISBN: 978-0824945190 • Seiten: 320 Seiten • Serie: Sweethaven Circle • Kindle-Version erhältlich • Band 2: A Sweethaven Homecoming • Band 3: A Sweethaven Christmas •

(Buch © Guideposts Books)

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