Books, Movies and More
Schreibe einen Kommentar

[Rezension] Juniper Berry — M. P. Kozlowsky

Juniper Berry

INHALT: Juniper Berry ist ein mehr oder minder typisches 11-jähriges Mädchen mit einem nicht so typischen Elternpaar. Denn ihre Mutter und ihr Vater sind die bekanntesten Schauspieler der ganzen Welt. Mit der ersehnten und immer stetig wachsenden Berühmtheit der Eltern begann auch das merkwürdige Verhalten eben dieser. Waren Junipers Eltern einst die beste Mutter und der beste Vater der Welt, so war Juniper jetzt glücklich, wenn ihre Eltern ihr überhaupt noch etwas Aufmerksamkeit schenkten.

Mit dem Erfolg begann auch die Abschottung des privaten Lebens der Berrys von der Öffentlichkeit, sodass Juniper in einer großen Villa auf einem riesigen Anwesen allein ist. Ihre einzige Freundin ist Kitty, eine Hündin. Von der Welt ausgeschlossen, beginnt Juniper die Welt mit Ferngläsern, Lupen, und andere Nah- und Fernsichtgläser zu beobachten.

Juniper beobachtet auch ihre Eltern. Von den ungewöhnlichen Taten eben dieser alarmiert, beginnt Juniper dem Verhalten auf den Grund zu gehen. Sie beschließt, ihnen heimlich aufzulauern. Doch was Juniper zu sehen bekommt, last ihren Atem stocken. Ihre Eltern haben nicht nur einen toten Ausdruck in den Augen, sondern wenden den eigenen Missmut gegen sich selbst, indem sie sich verletzten.
Juniper muss dem ein Ende setzen, sie will einfach nur ihre liebenden und glücklichen (und vielleicht nicht ganz so bekannten) Eltern zurück. Auf der Suche nach einer Lösung durchstreift sie das riesige Anwesen ihrer Eltern und lernt dabei den Nachbarsjungen Giles kennen. Auch Giles Eltern, die weltbekannte Rockstars sind, benehmen sich seit geraumer Zeit genauso grässlich wie Junpiers Eltern. Juniper und Giles kommen zu dem Schluss, dass die vier Personen, die vormals ihre Eltern waren, von ein und derselben Krankheit befallen sind. Doch bevor beide auf die Suche nach einem Heilmittel gehen, gesteht Giles, dass seine Eltern in unregelmäßigen Abständen des Nachts auf Wanderschaft gehen, und zwar zu einem alten, vertrockneten Baum auf dem Grundstück der Berrys …

REZENSION: M. P. Kozlowsky hat mit Juniper Berry ein dunkles, solides und modernes Märchen geschaffen. Die gruselige Geschichte mit dem vom Autor geschaffenen Bild einer unheimlichen Macht, dargestellt durch einen alten, vertrockneten Baum, welcher zu einer noch unheimlicheren Macht führt, überzeugt durch und durch. Doch auch die kleine Juniper, zwar allein, doch stets optimistisch, überzeugt als Heldin. Denn unerschrocken und intelligent versucht Juniper dem Bösen auf die Schliche zu kommen und entsagt diesem, obwohl es so einfach gewesen wäre, dem zu verfallen. Des Weiteren hat M. P. Kozlowsky eine Gabe für Beschreibungen von Gefühlen und Schauplätzen. Diese ermöglichte es ihm das Unheimliche überzeugend rüberzubringen, ohne dabei grundlos oder zu Angst einflößend zu sein.

Dennoch gibt es einige Dinge, die mich an der Geschichte stören. Zum einen wäre da der Hauptcharakter Juniper Berry. So lieb ich sie gewonnen habe, so kommt sie mir doch manchmal nicht wie ein 11-jähriges Mädchen vor. Wenngleich ihre Worte und auch ihre Handlungen dem eines Kindes in ihrem Alter entsprechen, so wirkt der Inhalt und Hintergrund sehr erwachsen. Demnach ist sie nicht das typische kleine Mädchen, dass dem Leser anfänglich präsentiert wird. Ein weiterer Punkt, der mich persönlich störte, sind die fehlenden Charakterbeschreibungen und Beweggründe der Eltern. Mich hätte schon interessiert, wie sie dazu kamen, das zu tun, was sie taten (ich möchte nicht spoilern).

Nichtsdestotrotz muss ich hier noch zwei positive Aspekte erwähnen. Zum einen wären da die wunderschönen Bilder von Erwin Madrid, welcher schon bei den Madagascar- und Shrek-Filmen seine Kunst einem breiten Publikum präsentieren konnte. Der zweite Punkt ist das Ende der Geschichte. Denn wenn du Juniper Berry gelesen hast, schließt du das Buch nicht nur mit dem Gedanken „Was für eine tolle und spannende Geschichte“, sondern du wirst überrascht sein, dass die Geschichte sogar eine wichtige Lektion mit tieferen Sinn lehrt. Und ich finde, das macht es auch zu einem Buch nicht nur für junge Leser, sondern auch erwachsene Leser. 😉

FAZIT: Obwohl Juniper Berry manchmal etwas zu erwachsen daher kommt (für ein Kind, sowie Kinderbuch) und auch manche Beweggründe nicht weiter erklärt werden, so hat M. P. Kozlowksy eine fantasievolle Geschichte und eine wunderschöne Sinnbilderwelt geschaffen, die diese „Fehler“ wieder wettmachen. Juniper Berry überzeugt also als (Debüt-)Roman: Angst einflößend und herzerwärmend zugleich mit einer wichtigen Moral am Ende.

40-sterne

• Genre: Kinderbuch, Abenteuer • Verlag: arsEdition (2012) • ISBN: 978-3760780450 • Seiten: 224 Seiten • Originaltitel: Juniper Berry – A tale of Terror and Temptation • Kindle-Version erhältlich •

(Buch © arsEdition)

Kommentar verfassen