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Seelen

The Sessions

INHALT: JDie Erde wurde weitestgehend von Aliens übernommen. Ihr Ziel ist es unsere Welt schöner, besser und friedvoller zu gestalten. Doch dafür müssen die Außerirdischen in den menschlichen Körper eindringen und den darin befindlichen Geist verdrängen. Aus diesem Grund werden die Aliens von den wenigen Überlebenden, welche sich abseits jeglicher Zivilisation verstecken, Seelen genannt. Unter den Überlebenden ist auch Melanie Stryder. Mit ihrem Freund und kleineren Bruder konnte sie bisher den Aliens immer entkommen. Doch eines Tages wird sie gefangen genommen und in ein Krankenhaus gebracht, wo auch ihr eine neue Seele implantiert wird. Diese Seele heißt Wanderer und soll mittels der frischen Erinnerungen von Melanie herausfinden, wo sich die restlichen Überlebenden befinden, damit auch diese neue Seelen erhalten. Womit jedoch keiner gerechnet hat, Melanies Geist weigert sich ihren Körper zu verlassen, weshalb sich Wanderer und Melanie fortan einen Körper teilen müssen. Dabei lernt Wanderer die individuellen Eigenschaften des Menschen kennen. Bald darauf muss sich Wanderer entscheiden, ob sie mit oder gegen die Überlebenden kämpft…

REZENSION: „Seelen“ basiert auf den gleichnamigen Roman von Stephenie Meyer, die Frau, die die Twilight-Bücher verfasst hat. An der Stelle möchte ich festhalten, dass ich die fünf Filme der Twilight-Saga wirklich gemocht habe. Ja, ich habe sogar die ersten drei Bücher gelesen. Und mit Andrew Niccol, bekannt für „Gattaca“ oder „Die Truman Show“, an der Seite von Frau Meyer versprach „Seelen“ eigentlich ein sehenswerter Film zu werden. Doch leider wurde ich enttäuscht. Warum das? Nun ja die Idee, dass Aliens unseren Planeten übernehmen und dann einen Wirt suchen, um auf der Erde zu überleben, ist zwar nicht neu, aber „Seelen“ bietet durchaus einige interessante Ansätze, die Geschichte unterhaltsam zu gestalten. Jedoch wurden diese wenn überhaupt nur in Grundzügen umgesetzt. So sollten z.B. die zwei Seelen von Melanie und Wanderer in einem Körper helfen die Story und die Hintergründe des Films besser zu verstehen, doch stattdessen wird dem Zuschauer eine (unter-)durchschnittliche Vertonung der Stimmen aus dem Off geboten. Teilweise wirkt das Streitgespräch zwischen diesen beiden Seelen sehr infantil, auch wenn es die eine andere belustigende Spitze enthält. Die Frage, ob die Aliens nun gut oder böse sind, bleibt dabei völlig unbeantwortet.

Auch das typische Liebesdreieck zwischen Jared, Melanie/Wanderer und Ian ist nicht annähernd so (peinlich) amüsant wie bei Twilight. Vieles wirkt leidend und energielos, was höchstwahrscheinlich dem doch recht oberflächlichen Charakterdesign geschuldet ist. Da können Schauspieler wie Saoirse Ronan, Diane Kruger und William Hurt noch so viel Herzblut in ihre jeweilige Rolle stecken, es wird nicht zum Erfolg führen. Ein weiterer Kritikpunkt des Films ist die Frage, warum man etwas kaputt machen will, was doch eigentlich in keinster Weise schlecht ist. Bereits im Prolog wird geschildert, dass, seitdem die Außerirdischen unter uns leben, nun Frieden statt Gewalt auf der Erde herrscht und dass wir nun auch im Einklang mit unserem Planeten leben, anstatt ihn Tag für Tag zu zerstören. Aber der Film, so scheint es mir, möchte dem Zuschauer unbedingt vermitteln, dass der Mensch, trotz seiner größeren Fehler, wie Gewalt, Neid und Gier, es eher verdient hat, die Erde zu bevölkern als die doch eigentlich harmlosen Aliens, die weder lügen können, noch zerstörerisch auf ihre Umgebung einwirken. Keineswegs möchte ich an dieser Stelle die Übernahme des menschlichen Körpers und die Verdrängung des Geistes verheimlichen noch verharmlosen, doch im Laufe des Films stellt sich mir immer mehr die Frage, warum eine so überlegende Spezies, wie Wanderer den Anschein erweckt, plötzlich Gefallen an „niederen“ Instinkten findet? Ja, es ist schön zu lieben und geliebt zu werden, aber was bitte ist so toll an den anderen bereits genannten Eigenschaften des Menschen?

Vielleicht aber liegt das Genörgel auch darin begründet, dass das gleichnamige Buch von Stephenie Meyer nicht ausreichend Hintergrundmaterial bietet, als dass es sich hier gelohnt hätte, einen Film zu drehen. Mit nahendem Kinostart in den USA wurden Gerüchte immer lauter und letztendlich bestätigt, dass Frau Meyers „Seelen“, im Original „The Host“, kein alleinstehender Roman bleiben wird, sondern dass hier noch Teil 2, „The Seeker“, und Teil 3, „The Souls“, folgen sollen. Hätte Stephenie Meyer, welche beim Film als Produzentin fungierte, eventuell bis zur Fertigstellung der zwei weiteren Romane gewartet hätte, dann hätten die Idee und die Hintergründe der Geschichte mehr ausstaffiert werden können und es würden nicht so viele Fragen offenbleiben. Nichtsdestotrotz bietet der vorrangig ruhige Film zwei drei Momente der Erheiterung und vor allem eine Menge wunderschöner Bilder, welche von minimalistischen Einkaufsläden ganz ohne Werbung über strahlend leuchtende Stadtrundblicke bis hin zu fantastischen Panoramas von New Mexico reichen. Selbst der blau leuchtende Kranz um Iris der Augen eines übernommenen Menschen wirken puristisch natürlich.

FAZIT: Die Idee zum Film ist zwar nicht wirklich innovativ, aber dafür interessant. Doch leider hat Stephenie Meyers gleichnamiges Buch nicht genügend Hintergrundmaterial, als dass es sich hier wirklich gelohnt hätte, einen Film zu drehen. So wirkt der Film unausgereift und eignet sich eher für einen gemütlichen Abend auf der Couch.

25-sterne

• Genre: Science Fiction, Tweenie-Film • Studio: Concorde Video (12. November 2013) • ASIN: B00D80G0US • Dauer: 125 Minuten • Originaltitel: The Host •

(Bilder © 2013 Concorde Filmverleih)

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