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Der Herr der Elfen

Der Herr der Elfen

INHALT: Als Kyle und Evie Preston noch klein waren, hatte ihnen die Großmutter immer Geschichten von kämpfenden Riesen und Elfen erzählt. Einer dieser Riesen sollte für die Rettung der letzten Elfen die Tochter des Elfenkönigs Ar heiraten, doch dieser weigert sich seine Tochter dem Riesen zu vermachen, weshalb der Riese die letzten Elfen in ihrem Reich unter der Erde für viele Tausende Jahre eingeschlossen hat. Eines Tages stirbt die Großmutter und Kyle und Evie erben ihr Haus und Grundstück, auf welchem sich eine Goldmine befindet. Nach der Ankunft auf der Isle of Man, merken die Kinder schnell, dass es sich bei den vermeintlichen Geschichten über Elfen, Feen und Glühwürmchen um Tatsachen handelt, denn die Kinder freunden sich mit einer kleinen Elfe an. Diese vermittelt Kyle und Evie, dass wenn die Elfen nicht bald aus den gefährlichen Tiefen der Goldmine befreit werden, sie für immer verloren sind. Derweil erkrankt der Vater und Ehemann an einer tödlichen unbekannten Krankheit, die nur noch die Elfen heilen können. Und somit steigt die Hoffnung nicht nur bei Kyle und Evie, sondern auch bei ihren Eltern, tatsächlich die Elfen in der Mine zu finden und zu befreien…

REZENSION: Nachdem ich erfahren habe, dass „Der Herr der Elfen“ erneut auf DVD veröffentlicht werden soll, habe ich mich sehr gefreut, denn als 10-jähriges Mädchen gehörte der Film zu meinen Lieblingsfilmen. Mit knapp 30 habe ich mir den Film nun nach einer gefühlten Ewigkeit abermals angeschaut und war irgendwie enttäuscht. Auch beim zweiten Abspielen des Films wurde „Der Herr der Elfen“ nicht besser. Woran kann das liegen? An der Idee liegt es jedenfalls nicht, denn diese bietet trotz der in einer Märchenstunde erzählten Absurdität, dass ein Riese eine Elfe heiraten soll, sehr viel Potenzial. Aber was nützt eine tolle Idee, wenn diese nicht entsprechend umgesetzt wird? Man könnte meinen, Regisseur und Autoren standen unter Druck irgendetwas abzuliefern, egal ob recht oder schlecht. In diesem Fall wohl eher Letzteres (aus der Sicht eines Erwachsenen).

Der wohl erkennbarste Grund für diese Annahme ist das Drehbuch. Während man über eine Geschichte, welche von vornherein absehbar ist, in einem Kinder- und Familienfilm noch hinwegsehen kann, bleibt dies bei dem stumpfen Charakterdesign aus. Unter den bekannten und unbekannten Schauspielern kann keiner eine überragende Schauspielkunst vorweisen, so z.B. auch nicht Malcolm McDowell. Er konnte bisher seine Bösewichte immer gut darstellen, doch in diesem Film wirkt er leicht neben der Spur, denn wie soll ein Bösewicht unheimlich, gemein und gefährlich wirken, wenn dieser absolut nicht so handelt. Okay, er fängt im Film eine Elfe ein, aber wird man deshalb gleich zum Oberbösewicht schlechthin? Dazu kommen noch die sehr eindimensionalen Dialoge. Ein weiterer Fauxpas sind die Regieanweisungen. Nicht nur dass die Schauspieler teilweise ziellos durch das Bild laufen und dann noch danach aussehen, nein, es werden auch kaum wirkliche Emotionen übermittelt. Natürlich freut man sich, oder hat Angst, nichtsdestotrotz wirkt das alles eher wie bei einer halbwegs guten Schulaufführung von Amateuren. Auch bei der Umsetzung der CGI-Effekte holt man eher die Keule raus, als dass es hier Lob hageln würde. Für damalige Verhältnisse sind die kleinen Glitzerelfen zwar super animiert, keine Frage, aber dass Schauspieler direkt durch diese animierten Kreaturen durchlaufen, ist fragwürdig und eher zum Fremdschämen. Über die Visualisierung der kleinen blauen Elfe lässt sich streiten, denn ich fand das in den blauen Farbtopf gefallene Mädchen recht putzig.

Zugegebenermaßen stellt sich mir jetzt die Frage, warum habe ich dann den Film als Kind so gemocht? Nun ja, die Geschichte ist zwar für uns Erwachsene mit wesentlich größerer Filmerfahrung schrecklich vorhersehbar und unglaublich infantil, aber für ein Kind im Alter von 10 Jahren (Plus Minus zwei drei Jahre) ist die Geschichte wenig kompliziert, geradlinig und unterhaltsam. Dem schließt sich die wirklich wunderschöne Hintergrundkulisse an, die übrigens auch ich als knapp 30-jähriges Mädchen noch hübsch finde. Außerdem wartet der Film mit einigen für Kinder mystischen und spannenden Momenten auf, so z.B. die schaurigen Träume von Kyle.

„Der Herr der Elfen“ ist am 13. Juni 2013 auf DVD erneut veröffentlicht worden und wartet mit einem bildschönen Wendecover auf. Problem daran ist, man hat Bilder aus einem anderen Film verwendet. Die abgebildete Elfe, das fliegende Schloss und der Kobold im Hintergrund stammen aus „Kampf der Kobolde“ mit Randy Quaid und Whoopi Goldberg. Auch haben sich noch andere kleine Photoshop-Fehler auf dem Cover eingeschlichen. Tja. Ungeachtet dessen ist die Bildqualität in Ordnung. Trotz der DVD-Qualität sind die Farben satt und kräftig. Bildpunktfehler konnte ich keine erkennen. Auch die Tonqualität, welche als Dolby Digital 2.0 daherkommt, ist völlig in Ordnung und tönte bis auf zwei drei Effektklänge sauber in den Boxen.

FAZIT: Ein weiterer Kinder- und Familienfilm, dessen Potenzial durch mangelnde Leistungen in der Regie und dem Drehbuch eindeutig verschenkt wurde. Trotzdem werden Kinder im Alter von rund 10 Jahren ihren Spaß an einem sehr einfach gestrickten Fantasyfilm über Elfen haben.

25-sterne

• Genre: Fantasy- und Abenteuerfilm • Studio: Schröder Media (13. Juni 2013) • ASIN: B00CBG38JG • Dauer: 89 Minuten • Originaltitel: Beings (US), The Fairy King of Ar (UK) •

(Bilder © 2013 Schröder Media)

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