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Dorian Hunter 1 – Im Zeichen des Bösen

Dorian Hunter im Zeichen des Bösen

INHALT: Der Reporter Dorian Hunter folgt einem inneren Verlangen, er reist nach Schloss Lethian begleitet von seiner Frau Lilian. Auf der Hinreise begegnen die beiden acht weiteren Männern, ebenfalls einer inneren Stimme folgend. Lilian sind diese Männer allesamt unheimlich. In einem sehr knappen Gespräch stellt sich heraus, dass Dorian und die achten anderen Männer am selben Tag Geburtstag haben. Während Dorian ein immer stärkeres Interesse an seiner Umgebung zeigt, will Lilian unbedingt wieder heimreisen. Doch bevor sie Dorian dazu überreden kann, sollte auch schon der Diener der Schlossherrin Anastasia von Lethian den 10 Personen ein Quartier angeboten haben. Auf dem Schloss angekommen, wird Lilian nach einem kleinen Ohnmachtsanfall von der Gruppe Männer getrennt und auf ihr Zimmer gebracht. Die acht Männer und Dorian werden in den Speisesaal gebracht, wo die Schlossherrin sie mit offenen Armen begrüßt und die Männer, als ihre Söhne bezeichnet. Des Weiteren erklärt Anastasia den Männern, dass in jedem einzelnen der Neun ein Dämon im Inneren schlummert. Nun wird auch Dorian die Sache zu kurios und er beschließt, seine Frau zu suchen und das Schloss zu verlassen. Doch das soll sich als schwieriger und gefährlicher herausstellen als gedacht…

REZENSION: „Dorian Hunter: Im Zeichen des Bösen“ ist der Auftakt einer neuen oder vielmehr neu aufgelegten Hörspielreihe, welche auf der gleichnamigen Buchreihe von Ernst Vlcek basiert. Bereits nach wenigen Minuten der ersten Folge wird jedem Zuhörer, egal ob er der Handlung angetan ist oder nicht, bewusst, dass er es hier mit einer qualitativ hochwertigen Neuauflage zu tun hat. Darauf deutet bereits die großartige Auswahl der Sprecher hin. So z.B. kann Thomas Schmuckert mit seiner teilweise barschen, aber auch richtig angenehm tiefen Stimme als Dorian Hunter überzeugen. Auch andere Charaktere wie Mr. Helnwein, Freund und Ratgeber von Dorian Hunter, oder Vukujev, der Diener der Schlossherrin, wurden mit Hasso Zorns bzw. Martin Semmelrogges Stimmen besetzt. Aber tolle Stimmen können auch zum Nachteil werden. Insbesondere sei hier die Stimme von Klaus-Dieter Klebsch zu erwähnen, dessen Stimme besser bekannt sein sollte als die deutsche Synchronstimme von Dr. Gregory House. Ich, für meinen Teil, musste mich erst an seine Stimme als Oberbösewicht gewöhnen, denn so toll die Stimme auch ist, ich hatte immer Hugh Laurie vor meinem inneren Auge agieren sehen. Nichtsdestotrotz haben wirklich alle Stimmen wunderbar zusammen-, als auch auf den einzelnen Charakter gepasst.

Ein weiterer Punkt, weshalb man „Im Zeichen des Bösen“ als gelungen betrachten kann, ist die szenische Umsetzung. Nun ist es ja nicht einfach auf visuelle Effekte, Hintergrundprops und ähnlichem „Firlefanz“ zu verzichten, um eine ideale Umgebung für das Hörspiel zu schaffen. Aber das ist ja gerade die Kunst des Mediums. Neben den wunderbaren Stimmen, die auch schon ohne Bild sehr gut ihre Rolle darstellen können, hat auch Marco Göllner, der verantwortlich für die Tonproduktion ist, ein Händchen dafür bewiesen mit Toneffekten eine entsprechende mystische und dunkle Atmosphäre zu schaffen, sodass man sehr oft das Gefühl bekommt, dabei zu sein, z.B. als Gast im Schloss Lethian oder im Wohnzimmer bei Mr. Helnwein. Aber auch hier ist nicht alles Gold, was glänzt, denn die musikalische Untermalung ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Oftmals werden zwischen Szenenwechsel verzerrende Effektklänge benutzt, die manchmal sogar im Verhältnis zum restlichen Hörspiel viel zu laut sind und zusätzlich beim Hörgenuss stören. Und hier bin ich auch schon beim größten Manko der ersten Folge angelangt. Der Szenenwechsel zwischen den verschiedenen Vergangenheiten und dem Hier-und-Jetzt ist beim ersten Hören sehr verwirrend und wirkt oft auch sehr hektisch, sodass ich verstehen kann, wenn man der Reihe zunächst nichts abgewinnen kann.

Neben der Tonproduktion ist Marco Göllner auch für das Script zur Serie verantwortlich. Offensichtlich hat er auch hier ein gewisses Gespür für tolle Dialoge. Ich möchte nicht sagen, dass das Ganze tiefgründig ist, denn in der ersten Folge lernt der Zuhörer ja auch eigentlich nur Dorian Hunters dunkle Vergangenheit und seine Beweggründe, Dämonenkiller zu werden, kennen. Aber die Dialoge stecken voller Zynismus, Rotzigkeit und Ernsthaftigkeit zugleich, sodass man den Charakter wirklich gern zuhört, auch ein weiteres Mal. Allerdings sollte man hier unbedingt die Empfehlung ab 16 Jahren beachten, denn der benutzte Wortschatz für die Dialoge als auch die Handlung selbst sind nicht ohne.

FAZIT: „Dorian Hunter: Im Zeichen des Bösen“ kann eigentlich als guter Start für eine Hörspielreihe betrachtet werden. Wie wahrscheinlich jede neue Reihe hat auch „Dorian Hunter“ zwei, drei nennenswerte Kinderkrankheiten, die sich aber in zukünftigen Folgen beheben lassen. Man sollte also der Serie definitiv eine Chance geben.

30-sterne

• Genre: Gruselhörspiel • Studio: Folgenreich/Universal (22. August 2008) • ASIN: B0048IDR96 • Dauer: 74 Minuten • Auch als mp3-Version erhältlich •

(Bilder © 2008 Folgenreich/Universal)

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