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Dorian Hunter 2 – Das Henkersschwert

Dorian Hunter - Das Henkersschwert

INHALT: Nachdem Lilian Hunter im Schloss Lethian ihren Verstand verloren hat, möchte Dorian sie sicher in der Heimat wissen. Sie soll von Wien aus nach London in ein Klinikum für geistig Verwirrte gebracht werden. In einem Telefonat stellt sich heraus, dass Dorian auf dieser Reise von Dr. Barrett begleitet wird, der nachsichtig seinen Unmut ertragen muss. Die Reise soll jedoch nicht nach Plan verlaufen, denn eines Nachts wird bei Dorian im Hotelzimmer eingebrochen. Der einzige Beweis für den Einbruch ist ein schwarzer parfümierter Schleier. Den Geruch immer noch in der Nase trifft Dorian in einer Bar auch schon bald die Besitzerin. Coco Zamis ist eine sehr attraktive und erotische Frau, sodass es Dorian schwer fällt, ihr zu widerstehen. Trotz aller Flirterei will Dorian Coco zur Rede stellen, wieso sie bei ihm eingebrochen ist. Doch bevor er das tun kann, tauchen vier merkwürdige Männer auf, die die Zeit in ihrer Umgebung anhalten können. Diese Männer scheinen Coco zu verfolgen, welche sich sogleich auf Dorians Zimmer versteckt. Als Dorian Momente später in seinem Zimmer ankommt, versucht er Coco erneut zu vernehmen. Doch diese heckt einen anderen Plan aus. Denn nachdem Dorian nicht auf die sogenannte Unschuldsmasche hereingefallen ist, bezirzt sie ihn und die Falle schnappt zu…

REZENSION: „Das Henkersschwert“ ist die zweite Folge der Hörspielreihe „Dorian Hunter“ und knüpft genau da an, wo „Im Zeichen des Bösen“ aufgehört hat. Auch wenn diese Folge ebenso qualitativ hochwertig produziert wurde wie der Vorgänger, so wurden doch die groben Kinderkrankheiten nicht behoben. Denn was dem Zuhörer bereits nach wenigen Minuten auffällt, auch die Handlung der zweiten Folge springt hektisch zwischen zwei verschiedenen Vergangenheiten und dem Jetzt hin und her. Während die ferne Vergangenheit, dargestellt als Albträume Dorians, in der Folge ungeklärt bleibt, treffen zumindest die zwei anderen Zeitstränge nach etwa zwei Drittel der Folge aufeinander, sodass die Hektik nahezu verschwindet und man dem Ausklang der Geschichte etwas ruhiger lauschen darf. An dieser Stelle des Hörspiels wird nicht nur der gelungene Titelsong von Joachim Witt eingespielt, sondern auch mal etwas ruhigere Klavierklänge.

Ebenso wie in der ersten Folge, wird auch in „Das Henkersschwert“ wenig von der Umgebung und den Charakteren selbst beschrieben. Der Zuhörer erfährt jedoch durch Gespräche weitere Einzelheiten über Dorian Hunter, so z.B., dass er Journalist ist und bereits zwei Bestseller über das Übernatürliche verfasst hat. Aber auch anderen Charakteren werden durch die wirklich wunderbaren Stimmen ein gewisser Tiefgang verliehen, sodass man nie den Anschein hat, etwas zu vermissen. Einzig die Entscheidung Martin Semmelrogges überzeugende Stimme nach dem Tod seines Charakters Vukujevs erneut für einen anderen Charakter zu besetzen, halte ich für fragwürdig, da es mich zunächst stark verwirrt hat. Zudem wurden wieder einmal diverse elektronische und herzschlagähnliche Klänge zu laut und schrill eingespielt, sodass der Hörgenuss an manchen Stellen etwas versiegt.

Die zweite Folge stellt darüber hinaus den eigentlichen Beginn der Jagd auf die Dämonen der schwarzen Familie dar und somit die „Geburt“ für Dorian Hunter als Dämonenkiller. Da ein Held seltenst allein gegen das Böse kämpft, bekommt auch Dorian zunächst einen vermeintlichen Begleiter an die Seite gestellt. Dabei handelt es sich um die Hexe Coco Zamis, welche von Claudia Urbschat-Mingues (Angelina Jolie) gesprochen wird. Dieser Charakter wirkt sehr erotisch und verführerisch, sodass es eigentlich kein Wunder ist, dass Dorian in ihren Bann gezogen wird. Nichtsdestotrotz stellt sich mir hier die Frage, warum er sich kurze Zeit nach dem geistigen Zusammenbruch seiner Frau und dem Schwur, dass er die schwarze Familie vernichten wird, bereits eine neue Ische anlachen muss. Aber wahrscheinlich ist die Person Dorian Hunter sonst nicht desolat genug. Wer weiß.

Im Gegensatz zu „Im Zeichen des Bösen“ endet „Das Henkersschwert“ mit einer Art Cliffhanger: eine Szene, die zwei weitere Charaktere im weiten Amerika vorstellt. Dieser Ausblick wirkt etwas deplatziert, da er absolut nichts mit der Handlung aus der zweiten Folge zu tun hat. Ungeachtet dessen macht er aber auch neben der doch eigentlich spannenden, wenn auch zeitweise verwirrenden Geschichte Appetit auf mehr.

FAZIT: Auch wenn in „Das Henkersschwert“ die groben Kinderkrankheiten, wie die viel zu laut eingespielten Töne und das hektische Hin- und Herspringen zwischen den verschiedenen Zeitsträngen, nicht behoben wurden, ist die Geschichte trotzdem weitestgehend stimmig, sodass man sich gern die nächste Folge anhören möchte.

30-sterne

• Genre: Gruselhörspiel • Studio: Folgenreich/Universal (22. August 2008) • ASIN: B0048IDRE6 • Dauer: 70 Minuten • Auch als mp3-Version erhältlich •

(Bilder © 2008 Folgenreich/Universal)

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