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Die Chroniken der Unterwelt: City of Bones

Die Chroniken der Unterwelt: City of Bones

INHALT: Kurz vor ihrem 16. Geburtstag beginnt die in New York lebende Clary Fray ein merkwürdiges Symbol zu sehen, welches sie nahezu im Zwang immer und immer wieder notieren muss. Um ihren Alltag zu entfliehen, möchte Clary mit ihrem besten Freund Simon Lewis um die Häuser von New York ziehen. Auf ihrer Tour fällt ihr ein Schild zu einem Nachtklub auf, auf dem das Symbol abgebildet ist. Während Simon sich im Klub versucht zu amüsieren, wird Clary Zeugin wie ein Mann von Jace Wayland ermordet wird. Das Sonderbare daran ist, nur Clary kann Jace sehen. Danach beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen: Zuerst wird Clarys Mutter Jocelyn von zwei zwielichtigen Gestalten angegriffen und entführt. Dann muss Clary erfahren, dass seit Langem ein gewisser Valentine Morgenstern ihr nach dem Leben trachtet und auf der Suche nach drei wertvollen magischen Artefakten ist, einer davon in Clarys Händen. Und zuletzt wird sie auch noch von einem Höllenhund in ihrer Wohnung angegriffen, doch Jace eilt ihr zur Hilfe. Von ihm erfährt sie dann, dass er und Jocelyn sogenannte Schattenjäger sind und gegen Dämonen kämpfen. Da nun feststeht, dass auch in Clarys Blut das Blut eines durchaus mächtigen Schattenjägers fließt, ist sie in ihrem alten zu Hause nicht mehr sicher. Und so flieht sie mit ihrem besten Freund Simon und Jace zu der durch magische Kräfte verhüllten Burg der verbliebenen Schattenjäger. Von dort aus beginnt die Suche nach der entführten Mutter und der Kampf gegen den Bösewicht Valentine Morgenstern…

REZENSION: „Chroniken der Unterwelt: City of Bones“ ist eine Buch-zu-Film-Adaption, sowie der Start einer weiteren Trilogie. Der Film basiert auf den ersten Band der gleichnamigen Buch-Reihe von Cassandra Clare. Nebst den vielen negativen Kritiken, die der Film bis dato bekommen hat, muss ich für meinen Teil doch sagen: Ich fand den Film erstaunlich gut. Die Grundidee zu „City of Bones“ dürfte vielen bekannt vorkommen. Denn die Geschichte um Clary Fray ähnelt der von Harry Potter oder auch Percy Jackson in vielen Details. Wie Clary entdecken sowohl Harry als auch Percy, dass sie magische bzw. übermenschliche Kräfte entwickeln können, wenn sie dazu nach Hogwarts bzw. nach Camp Half-Blood zum Training gebracht werden. Aber auch das Liebesdreieck ähnelt dem aus den erfolgreichen Buchreihen wie „Die Twilight-Saga“ oder „Die Tribute von Panem“. Doch anders als in den anderen Filmreihen wird das Liebesdreieck in „Die Chroniken der Unterwelt“ mit einer interessanten Wendung versehen, die ich jedoch an der Stelle nicht spoilern möchte.

Wenn also die Handlung irgendwie nur abgekupfert wirkt, warum hat mir der Film dann gefallen? Zunächst sei einmal gesagt, dass der Fokus der Geschichte mehr auf der sympathischen und vor allem glaubwürdigen Heldin liegt, deren Leben von einem auf den anderen Moment auf den Kopf gestellt wird. Das Leben, das sie einst kannte, ist passé. Doch sie hat eine Gabe, und dadurch die Möglichkeit, die mächtigste Schattenjägerin von allen zu werden. Des Weiteren ist sie ein Abkömmling einer ganzen Reihe von knallharten Überjägern. Was dazu führt, dass die Geschichte nicht in ein endloses Geseier á la „Beiß mich! – Oh, nein das geht nicht. – Doch, doch!“ („Twilight“), endet, sondern in einem actiongeladenen Kampf um Leben und Tod. Die Action und die damit verbundenen CGI-Effekte sind für meinen Geschmack gelungen, wenn man bedenkt, dass der Film eigentlich gar kein so großes Budget zur Verfügung hatte. Natürlich findet man die derzeit üblichen Lens-Flare-Effekte auch in „Chroniken der Unterwelt: City of Bones“ wieder, aber anders als zum Beispiel in „Star Trek“, hat man versucht diese nur zu benutzen, um Akzente zu setzen, was durchaus nett wirkt. Aber auch die mit dem Computer animierten Dämonen, sowie die Runen sehen zumeist viel besser aus, als die aus irgendeinem überteuerten Hollywoodstreifen. Die Burg der Schattenjäger hingegen ähnelt wieder etwas dem altbekannten Hogwarts; aber nun gut die Grundidee ist ja auch ähnlich. Bei der Kostümierung müssen dann jedoch Abstriche gemacht werden. Mir persönlich war das alles einfach zu dunkel und zu viel schwarzes und vor allem knappes Leder. Zeitweise sahen die weiblichen Charaktere aus, wie die Damen aus der nächtlichen Werbung. Entsprechend der spärlichen Kleidung fielen dann auch die Schuhe aus: Overknees mit riesigen Absätzen, mit denen man dann immer noch schneller, besser und stärker ist als all die anderen dämonischen Wesen. Bitte, wo bleibt die Realität?! Nichtsdestotrotz hat es Spaß gemacht, den Kick-Ass-Ladies und -Gentlemen zuzuschauen.

Die schauspielerische Leistung ist bei den meisten Darstellern durchweg gut. Mir ist niemand aufgefallen, der besonders schlecht war. Jedoch war ich zu Beginn des Films ein wenig vom Aussehen der Hauptdarsteller irritiert. So zum Beispiel von den dicken Augenbrauen von Lily Collins, welche bereits Schneewittchen in „Spieglein, Spieglein“ spielen durfte. Umso überraschter war ich von ihrer Darstellung der Clary Fray, die sie zugegebenermaßen sehr glaubhaft porträtiert hat. Aber auch Jamie Campbell Bower, bekannt als Caius aus den letzten „Twilight“-Filmen, wirkte optisch eher unpassend, irgendwie drogenabhängig und damit alles andere als ein echter Held. Und dennoch hatte auch er seine guten Momente. Am meisten enttäuscht hat mich der Charakter Magnus Bane. Das liegt nicht daran, dass Godfrey Gao ihn schlecht gespielt hat, sondern einfach daran, dass die Einstellung und das Verhalten des schwarzen Hexers nur oberflächlich abgeschürft wurden. Ich selbst habe das Buch zwar noch nicht gelesen, bin aber dennoch der festen Überzeugung, dass Magnus Bane noch einen weiteren Einfluss auf den Verlauf der Geschichte haben wird, sodass ich mir hier einfach etwas mehr gewünscht hätte. Dafür konnte dann wieder Jonathan Rhys Meyers als der Oberbösewicht Valentine Morgenstern vor allem aus der optischen Perspektive bei den weiblichen Kinogängern punkten; charaktertechnisch war er vielleicht nicht ganz die perfekte Besetzung.

FAZIT: Alles in allem ist „Chroniken der Unterwelt: City of Bones“ ein guter Film. Das Tempo, welches vom Regisseur Harald Zwart vorgegeben wurde, ist entsprechend schnell, dass man sich die 130 Minuten nicht wirklich langweilt und gut unterhalten fühlt. Die Mythologie und die Geschichte selbst sind vor allem für die weiblichen Kinogänger der „Twilight“-Generation ausreichend fesselnd inszeniert, dass bei eben diesen Personen das Bedürfnis geweckt wird, das Buch lesen zu wollen (so auch bei mir). Und ich denke, damit hat die Filmcrew es geschafft die Welt um Cassandra Clares Bücher hervorragend zu visualisieren. Bleibt zu hoffen, dass der Film trotz der vielen schlechten Kritiken bei den Kinogästen ankommt und dann auch der zweite Streifen gedreht wird.

35-sterne

• Genre: Romantasy • Studio: Constantin Film (29. August 2013 // 28. Februar 2014) • ASIN: B00EPFA20E • Dauer: 130 Minuten •

(Bilder © 2013 Constantin Film)

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