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[Buchrezept] Liebe ist ein Nashorn — Uli Leistenschneider

Liebe ist ein Nashorn

Mische die folgenden Zutaten in einer Rührschüssel zusammen:
– 1 Stück „Erster Satz“

Hey Jan, das hier ist kein Liebesbrief!

– 300g Handlung

Lea ist ein 13-jähriges Mädchen, geht in die Klasse 8c und ist zum ersten Mal so richtig verknallt, und zwar in Jan, einem Mitschüler aus der neunten Klasse. Doch statt Jan anzusprechen, entscheidet sich Lea ihm einen sehr, sehr langen Liebesbrief zu schreiben, obwohl es ja eigentlich keiner ist. 😉 Mithilfe ihrer besten Freundin Pinky denken sich die beiden vermeintlich clevere Schachzüge aus, damit der Jan nicht nur merkt, dass Lea in ihn verliebt ist, sondern Lea möchte natürlich auch wissen, was Jan von ihr hält.
Natürlich verläuft das alles nicht so glatt wie geplant und immer wieder wird Lea ein Strich durch die Rechnung gemacht. Sei es der Krach zwischen den Geschwistern oder den Eltern, sei es diese dumme Theater AG, u.v.m. Wegen all dieser unvorhergesehenen Ereignisse rückt Leas eigentliches Ziel, endlich mit Jan zusammenzukommen, in immer weitere Ferne …

– 2 TL Charaktere

Zunächst einmal lernt der Leser die Protagonistin Lea kennen. Lea ist 13 Jahre alt, und auch wenn sie keine Pickel hat (sie ist aber gewappnet, Spoiler S. 134 bis 136), steckt sie schon mitten in der Pubertät. Denn wie viele Mädchen in ihrem Alter hat sie sich zum ersten Mal so richtig verliebt und weiß einfach nicht wohin mit ihren Gefühlen. Doch wofür gibt es die beste Freundin. Pinky wird 15 Jahre alt, sie ist zwar einmal sitzen geblieben, ist aber dennoch ein sehr intelligentes und interessantes Mädchen. Während ich Pinky auch gern als Freundin gehabt hätte, ist Lea mir von Seite zu Seite immer mehr ans Herz gewachsen, da ich mein früheres Ich ein wenig in wiedererkenne.
Neben den besten Freundinnen gibt es auch noch Mudda, Leas Mutter. Sie ist so eine kleine Esoteriktante, die an die Macht des Universums glaubt. Doch leider läuft ihr Geschäft gerade nicht so gut und auch in der Liebe ist eher alles abgeflacht, da sie sich von Leas Vater getrennt hat. Er wohnt aber nur eine Etage unter Lea und ist deshalb immer mal wieder beim Abendessen dabei. Im Laufe der Geschichte empfinde ich die Mutter selbst als viel zu kindisch und oftmals zu launenhaft, wo ich mich dann gefragt habe, wer eigentlich in der Pubertät steckt. Trotz alledem ist sie eine liebevolle und fürsorgliche Mutter, die auch selbst erst einmal wieder ihre innere Ruhe finden muss.
In der Schule gibt es noch einige Charaktere, wie der süße Jan, die schleimige Kröten-Caro, der coole Yasar, die „War doch nur Spaß!“ Julia und die schüchterne Paula und die unter den Schülern manchmal unbeliebte, aber dann doch irgendwie nette Frau Sauerwein (u.v.m.). Die Personen sind alle einzigartig und ergänzen einzelne Handlungsabschnitte richtig gut.

– 1 EL Wow!

Das große WOW in der Geschichte um Lea, die Liebe, die Freundschaft und die Familie würde die ich die zahlreichen Illustrationen von Isabelle Göntgen bezeichnen. Sie sind zwar sehr einfach, aber dafür unglaublich süß und tragen zum Erfolg der Geschichte bei.

Verrühre diese gründlich und backe die Mischung dann im Ofen. Wenn der Kuchen abgekühlt ist, schlage die Creme auf und verteile sie über den Kuchen. Für die Creme benötigst du:
– 100g Eigene Meinung

Ich finde „Liebe ist ein Nashorn“ durchaus gelungen, denn die Geschichte handelt nicht nur von den vielen Irrwegen der Liebe, sondern auch von realistischen Problemen in der Familie und in der Freundschaft. Durch Lea als glaubhafte Protagonisten ist es mir nicht wirklich schwergefallen der Handlung zu folgen, mit ihr zu lachen und zu weinen (gut, vielleicht bin ich dafür auch schon zu alt, eher habe ich Lea bemitleidet). Zusammen mit ihrer quirligen und extrovertierten Freundin Pinky geben beide ein wunderbares Gespann ab, das die Höhen und Tiefen der Geschichte spannend gestaltet.
Natürlich gibt es Elemente in der Geschichte, die vorhersehbar sind, so auch das Ende. Aber hierbei handelt es sich ja auch nicht um schwere tiefschürfende Lektüre, sondern um einen Roman über die erste Liebe und wie es Freundschaften belasten kann. Dabei kann es kein schlimmes Ende geben, sodass alle im Streit auseinandergeht. Es muss einfach gut enden. Auch wenn du dich dann fragst: „Warum soll ich das Buch dann noch lesen?“ Es geht ja nicht darum, dass am Ende alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, sondern es geht darum, wie Lea es bis dahin schafft. Dieser Weg ist nicht nur ein Mutmacher für Mädchen im gleichen Alter, sondern zeigt einem, wie unberechenbar das Leben doch spielen kann und dass manchmal alles anders kommt, als man sich das vorgestellt hat.

– 2 TL Empfehlung

Ich bin zwar selbst schon 28 Jahre, aber ich finde „Liebe ist ein Nashorn“ wirklich allerliebst und kann es getrost jedem kleinen, aber jedem großen Mädchen mit Hang zum Kitsch ans Herz legen.

Wenn du möchtest, kannst du noch einige Kleinigkeiten auf der Creme verstreuen
– 1 Autorin Uli Leistenschneider
– 1 Kosmos Verlag
– 256 Seiten
– 1 oder 2 Kinder- und Jugendbücher

Fazit: Sieht nicht nur lecker aus, sondern schmeckt auch so.

45-sterne

• Genre: Kinder- und Jugendliteratur • Verlag: Kosmos (6. Juni 2013) • ISBN: 978-3440133569 • Seiten: 256 Seiten •

(Buch © Kosmos)

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