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Dorian Hunter 3 – Der Puppenmacher

Dorian Hunter - Der Puppenmacher

INHALT: Wie bereits zum Ende der zweiten Folge angedeutet, ist Dorian Hunter wegen der mysteriösen Vorfälle, die nicht selten mit dem Tod mindestens einer Person endeten, in seinem Umfeld dem Secret Service aufgefallen. Dieser schickt Donald Chapman, um Dorian vorläufig festzunehmen und ihn zu verhören. Dabei stellt sich heraus, dass Chapman ein relativ abgebrühter Agent ist, der nicht an das Übernatürliche glaubt. Um Chapman vom Gegenteil zu überzeugen, soll Dorian ihm helfen herauszufinden, ob Lord Haywards Sohn Philip tatsächlich von Dämonen besessen ist. Nach der Ankunft bei Lord Haywards merkt Dorian schnell, dass hier etwas nicht stimmt. Doch zunächst stattet er Philip einen Besuch ab und stellt fest, dass dieser weibliche Merkmale besitzt. Etwas später soll Coco Zamis ihn darin bestätigen, dass Philip ein Hermaphrodit ist. In der Welt von Dorian Hunter gehört ein solches Wesen nicht zu den Menschen und schon gar nicht zu den Dämonen, da diese sich davor fürchten. Während Dorian und Chapman Überlegungen anstellen, welcher Gefahr Philip wohl ausgesetzt ist, verschwinden immer mehr junge Mädchen in der Umgebung von Lord Haywards Haus. Nachdem dann noch ein Foto auftaucht, auf dem eines der vermissten Mädchen in Puppengröße abgebildet ist, wird Dorian klar, dass wieder mal die schwarze Familie ihre Finger im Spiel hat.

REZENSION: Mit „Der Puppenmacher“ beginnt die eigentliche Hörspielreihe „Dorian Hunter, der Dämonenkiller“. Denn während in den ersten zwei Folgen doch eher der Stoff noch einmal aufgearbeitet wurde, hat man hier nun endlich Dorians ersten Fall als schaurig spannendes Hörspiel vorgesetzt bekommen, was zudem, wie die beiden Vorgänger, qualitativ hochwertig produziert wurde.

Auch in der dritten Folge fällt wieder auf, dass Marco Göllner als Regisseur und Autor besonderen Wert auf die Sprecher gelegt hat. Neben Thomas Schmuckert, der unwillkürlich als verbitterter und doch irgendwie gelassener Dorian Hunter überzeugt, haben mich in dieser Folge besonders Frank Felicetti und Jürgen Thormann quasi vom Hocker gerissen. Denn Frank Felicetti, bekannt als die Stimme aus dem Off bei diversen Jingles und Fernsehwerbungen, beherrscht seine Rolle als Donald Chapman wirklich gut. Er bringt den schnodderigen Witz und die teilweise doch recht oberflächliche Art des Charakters glaubwürdig rüber. Auch Jürgen Thormann, einigen bekannt als die Stimme von Sir Michael Caine, brilliert als Lord Hayward, was nicht zuletzt an seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Synchronsprecher liegt, sondern auch daran, dass man dieser Stimme einfach gern zuhört. In dieser Folge kann auch endlich die Musik größtenteils überzeugen. Die düsteren elektronischen Klänge scheinen sich zwar in der Hörspielserie zu etablieren, aber wenigstens sind diese doch nicht mehr so hochgepitcht wie in den Vorgängern. Dadurch fällt es dem Zuhörer auch wesentlich leichter, diese Musik als Mittel des Szenenübergangs zu akzeptieren und trotzdem dabei nicht aus der Handlung gerissen zu werden.

Ebenso wie die Musik wurden auch die Handlungsstränge, meines Erachtens nach, verbessert. Denn die Handlung wirkt in „Der Puppenmacher“ viel geradliniger und auch etwas ruhiger als in Folge 1 und 2, wo ich einen hektischen Wechsel zwischen Szenen aus verschiedenen Vergangenheit und dem Jetzt bemängelt hatte. Nichtsdestotrotz ist die gut zu folgende Handlung düster, spannend und auch glaubwürdig. Auch die zum Ende hin gewollte Icherzählung von Dorian Hunter, die über den Ausklang der Geschichte berichtet, ist stimmig und bringt den Zuhörer nicht zum Grübeln, in welcher Zeitlinie das Geschilderte anzusiedeln ist. Einzig eine kleine Traumsequenz, die sich ebenfalls durch die Folgen zieht, bleibt dem Zuhörer unklar. Auf eine Auflösung bleibt zu hoffen. Was auch in dieser Folge wieder auffällt, ist die doch recht derbe Sprache und die anrüchigen Szenen, in diesem Fall speziell solche mit dem Puppenmacher. Ein Grund hierfür dürfte die Neuinszenierung des Dämonenkillers sein, denn man sollte nicht vergessen, dass die Geschichte Ende der 70er Jahre entstanden ist. Ein weiterer Grund ist natürlich die wie weiter oben angemerkte musikalische Untermalung, die nicht zuletzt in diesen Szenen für ein gewisses Unbehagen sorgt. Deshalb sollte man auch hier wieder den „Empfohlen ab 16 Jahren“-Hinweis beachten.

FAZIT: Im Gegensatz zu „Im Zeichen des Bösen“ und „Das Henkersschwert“, welche nicht ganz so hervorgestochen haben, könnten mit dem dritten Teil dieser Hörspielreihe durchaus einige Fans des Gruselhörspiels, welche der Serie zunächst nicht angetan waren, doch noch ihren Gefallen an „Dorian Hunter“ finden. Denn wie anfänglich erwähnt, handelt es sich hierbei um die erste Folge von Dorian Hunter, in der er als Dämonenkiller der Inquisitionsabteilung ermitteln darf und auch letztlich überzeugt. „Der Puppenmacher“ ist eine wirklich gelungene dritte Folge mit tollen Stimmen, viel Witz und noch mehr Grusel und Spannung. Dieser Teil bietet somit eine großartige Unterhaltung, bei der nicht nur die Zeit wie im Flug vergeht, sondern auch zum Mitfiebern anregt wird. Wenn dieses Paket für weitere Episoden beibehalten wird, dann kann sich die Neuauflage von „Dorian Hunter“ neben etablierten Hörspielreihen wie „John Sinclair“ oder „Das Gruselkabinett“ einreihen.

45-sterne

• Genre: Gruselhörspiel • Studio: Folgenreich/Universal (22. August 2008) • ASIN: B0048IDR7I • Dauer: 74 Minuten • Auch als mp3-Version erhältlich •

(Bilder © 2008 Folgenreich/Universal)

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