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[Buchrezept] 140 Tage: Balkan-Tiger und Brusketa — Aleksandra Valeria

140 Tage: Balkan-Tiger und Brusketa

Mische die folgenden Zutaten in einer Rührschüssel zusammen:
– 1 Stück „Erster Satz“

„Lieber Darko, bitte verzeih mir.“

– 300g Handlung

Ana ist für ein wichtiges Projekt ihrer Eventagentur nach Dubrovnik gereist, um dort letzte Vorkehrungen zu treffen. Dort angekommen begegnet sie zufällig Darko, einem Bekannten aus Kindheitstagen. Gemeinsam verbringen sie einige Stunden zusammen, die Anas altes Leben völlig auf den Kopf stellen sollen, denn in ihr beginnen Gefühle für Darko aufzukeimen. Sie hält diese Gefühle für verkehrt, da sie verheiratet ist und Kinder hat. Ana entschließt sich, panisch in das 1000 Kilometer entfernte München zurückzureisen. Zu Hause will ihr Darko nicht mehr aus dem Kopf gehen, daher schreibt sie ihm eine kleine SMS, in der sie um Verzeihung für ihre schnelle Abreise bittet. Doch auch Darko ist scheinbar ihrem Charme verfallen und kann von Ana nicht ablassen. So entsteht aus der kleinen SMS ein knisternder, prickelnder und intensiver Dialog, indem sich beide über ihren Alltag, ihre Gefühle, ihr erotischen Vorlieben und ihre erträumte gemeinsame Zukunft unterhalten.

– 2 TL Charaktere

Wie bereits geschrieben gibt es zwei Protagonisten: Ana und Darko. Es werden auch weitere Charaktere erwähnt, diese erhalten aber durch die Wahl der Dialogform keinen Sprechanteil. Somit erfährt man auch nicht viel über diese mehr oder minder “nebensächlichen” Personen.
Ana ist mir während der gesamten Geschichte sehr ans Herz gewachsen. Wahrscheinlich lag es auch daran, dass der Leser immer ihre Gedanken lesen durfte und vor allem, wenn man eine LeserIN ist, eben diese zu 95% der Fälle sehr gut nachvollziehen kann. Es gab zwei drei Punkte, an denen ich ihre Reaktionen und Aktionen nicht ganz verstanden habe oder verstehen wollte. Nichtsdestotrotz fand ich ihre Entwicklung von der zwar intelligenten, aber nicht gerade mit ihren Gefühlen hausierenden Ana zur „Femme fatale der Worte“-Ana sehr interessant und spannend.
Darko ist das männliche Pendant und für mich leider eher undurchsichtig, was aber auch daran liegt, dass der Leser seine Gedanken und sein Tun durch die Dialogform nicht nachvollziehen kann. Man kann sich lediglich über seine schriftlichen Ergüsse erfreuen oder aufregen. Ich für meinen Teil habe mich eher über seinen Charakter geärgert, aus Gründen, die einen Mann zum Mann machen und nicht zur Frau …

– 1 EL Wow!

Das Besondere an der Geschichte ist ganz klar die Korrespondenz zwischen Ana und Darko, welche in Form von E-Mails und SMS verläuft. Parallel dazu erhält der Leser einen Einblick in die Gedanken von Ana.

Verrühre diese gründlich und backe die Mischung dann im Ofen. Wenn der Kuchen abgekühlt ist, schlage die Creme auf und verteile sie über den Kuchen. Für die Creme benötigst du:
– 100g Eigene Meinung

„140 Tage: Balkan-Tiger und Brusketa“ hat mir an sich sehr gut gefallen und war auch ein recht angenehmes Lesevergnügen fürs Wochenende.
Allerdings gab es zwei drei Kleinigkeiten, die mich letzten Endes dann doch mehr gestört haben, als ich eigentlich zugeben möchte. Zuerst möchte ich das vergeigte Lektorat nennen. Es gibt einfach zu viele gröbere Schnitzer, was die Rechtschreibung im gesamten Werk angeht. Diese behindern dann doch irgendwo den Lesefluss. Dabei rede ich nicht von mehreren Fehlern pro Seite, keineswegs, aber so ungefähr alle 10 Seiten bestimmt. Schade. Der zweite Punkt ist eine persönliche Abneigung gegenüber kursiv formatierten Texten. In der Regel versuche ich längere Texte dieser Art zu vermeiden, da sie mir in den Augen schmerzen. In „140 Tage: Balkan-Tiger und Brusketa“ konnte ich das leider nicht, da die Gedanken von Ana derart abgedruckt wurden. Zuletzt ist da noch eine inhaltliche Sache, die ich weiter oben schon angedeutet habe: Mir fehlen die Gedankengänge von Darko. Es fällt mir bis auf einen Abschnitt im Buch sehr schwer, Darko einzuschätzen. Während ich noch dazu plädiere, dass er ein Blender ist, sind viele Leser anderer Meinung. Bleibt abzuwarten, was der zweite Teil dem Leser enthüllen wird. 😉
Nun aber genug mit den negativen Eindrücken zum Buch. Denn was das Buch äußerlich vermisst, kann es inhaltlich wieder aufwiegen.
Zunächst einmal möchte ich da die unübliche Dialogform hervorheben, denn der Leser wird statt mit dem altbekannten Fließtext mit einer Mischung aus Kurznachrichten und längeren E-Mails der Protagonisten, sowie knappen und wortreichen Gedankengängen konfrontiert. Letzteres gibt der Geschichte und vor allem Ana eine ganz besondere Tiefe, die vor allem Frauen verstehen werden. Dies scheint mir aber auch die Zielgruppe des Romans zu sein, denn die Fragen und Zweifel, welche die Protagonisten oft an sich selbst richtet, kennt die einzelne Frau nur zu gut. Wie ausgeprägt sich das dann verhält, ist natürlich von Frau zu Frau unterschiedlich.
Besonders interessant in diesen Gedankengängen empfand ich die Erinnerungen an Anas Vergangenheit, da hier der Verlauf ihres Lebens mitverfolgt und auch besser verstanden werden kann, warum sie ausgerechnet jetzt, wo sie alles im Leben erreicht hat, plötzlich die Affäre über 1000 Kilometer Entfernung eingeht. Und das ist es auch, was beim Leser das Bedürfnis weckt, unbedingt die Geschichte zu Ende lesen zu wollen. Dabei entstehen Probleme, Fragen und Umstände, mit denen der Leser nicht gerechnet hätte und so hält sich bis zur letzten Seite die Hoffnung des Happy Ends aufrecht …

– 2 TL Empfehlung

Bei „140 Tage: Balkan-Tiger und Brusketa“ handelt es sich trotz des nett ansehnlichen Covers keinesfalls um einen Jugendroman, aber eine gestandene Frau muss man auch nicht sein, um das Buch lesen zu dürfen, denn eigentlich kann sich mit diesem Thema so ziemlich jede Dame ab 18 Jahren auf Erden befassen.

Wenn du möchtest, kannst du noch einige Kleinigkeiten auf der Creme verstreuen
– 1 Autorin Aleksandra Valeria
– 1 CreateSpace Independent Publishing Platform
– 228 Seiten
– 1 oder 2 Liebesromane

Fazit: Der Teig schmeckt, aber leider passt das Topping nicht so ganz dazu …

35-sterne

• Genre: Liebesroman • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (1. August 2013) • ISBN: 978-1492346289 • Seiten: 228 Seiten • als Kindle-Version erhältlich •

(Buch © CreateSpace Independent Publishing Platform)

1 Kommentare

  1. Liebe Bettina,
    es war sehr schön dich in meiner Leserunde dabei zu haben und vielen Dank für deine Rezension!
    Wünsch dir weiterhin viel Erfolg mit deinem Blog. Wenn du Lust hast, schau mal auf meiner Facebook Seite vorbei.
    Alles Liebe,
    Aleksandra

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