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Dorian Hunter 6 – Freaks

Dorian Hunter - Freaks

INHALT: Das neue Abenteuer von Dorian Hunter beginnt ohne den Helden. Stattdessen erzählt der New Yorker Frank Leary aus Jugendtagen, wie er sein Bedürfnis nach nackter, fleischiger Haut und blutendem, klagendem und ekstatischem Schmerz entdeckt hat. In seiner Geschichte vergleicht der Sadomasochist sein Leben mit dem Abspielen eines Films, denn weiters berichtet er von Pausen den sein Film einlegt, wozu seine verstorbene Frau, sein wie er ihn bezeichnet schwachsinniger Sohn und die Tatsache, dass er Mitglied der schwarzen Familie wurde, gehören. Franks Narration wird unterbrochen durch einen Telefonanruf. Anhand von Franks Antworten erfährt man, dass er offensichtlich den Auftrag erhalten hat, den in New York angekommenen Dorian Hunter aus dem Weg zu schaffen. Doch Frank Leary hat es auf etwas anderes abgesehen: den unausgesprochenen Waffenstillstand zwischen den Freaks und der schwarzen Familie. Und mit der zerstückelten Leiche eines Freaks vor Dorians Tür ist dieser Waffenstillstand passét…

REZENSION: „Dorian Hunter: Freaks“ ist die bisher beste Folge der Serie und das nicht nur, weil der Zuhörer das Abenteuer aus der Sicht des Bösewichts verfolgen kann. Doch eines nach dem Anderen. Zunächst beginnt die 6. Episode mit der üblichen Zusammenfassung voriger Ereignisse, welche scheinbar immer ein klein bisschen länger wird. Bleibt abzuwarten, ob man den Zusammenschnitt bald auf die für die aktuelle Folge wichtige vergangene Begebenheiten reduziert. Aber auch die Liste der Sprecherrollen wächst mit der Zeit. So waren in dieser Hörspielfolge so viele Charaktere in der Story integriert, wie noch nie zuvor. Nun könnte man meinen, dass alles etwas chaotisch daherkommt, doch anders als in anderen Episoden hat „Freaks“ gewissermaßen einen Erzähler: Frank Leary, Mitglied der schwarzen Familie. Abwechslungsreich und informativ wird die Geschichte zu großen Teilen aus der Sicht des Bösewichts geschildert, sodass der Zuhörer einige Dinge über die schwarze Familie und deren Zusammenhang mit den sogenannten Freaks erklärt bekommt.

Frank Leary ist ein außergewöhnlicher Charakter, was nicht zuletzt an der brillierenden Sprechrolle von dem bereits verstorbenen Hans-Werner Bussinger liegt. Seine Stimme lässt den sadomasochistisch veranlagten Frank Leary zugleich glaubwürdig und ein bisschen geisteskrank, als auch irgendwie bemitleidend wirken. Durch diese Stimme, oder diesen Quasi-Erzähler, bleibt die 6. Folge von Dorian Hunter als etwas Besonderes im Kopf hängen. Doch warum Quasi-Erzähler? Marco Göllner, Produzent und Autor der Serie, hat sich dazu entschlossen, zwei Handlungsstränge parallel in das Abenteuer einzubetten. Erstere ist die bereits erwähnte Geschichte von Frank Leary und wie er das Leben als eine Art Film vergleicht, und die andere ist die übliche Handlung um Dorian Hunter. Letzteres wurde meines Erachtens nach benutzt, um Charaktere wie z.B. Coco Zamis und Donald Chapman nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Diese wurden durch Telefonate oder kleinere Szenen außerhalb New Yorks dem Zuhörer wieder in Erinnerung gerufen, nachdem diese schon in Folge 5 keinen Sprechanteil erhalten hatten.

Aber genau diese „Ach, die gibt es ja auch noch“-Szenen sind wieder Folgen übergreifende Ereignisse, welche ich persönlich nicht ganz so mag. Während die einen oder anderen Szenen aus der jetzigen und vorherigen Folge sich langsam zu einem großen Ganzen zusammenfügen, gibt es noch weitaus mehr Information, die immer noch leer im Raum steht. Nichtsdestotrotz haben diese Szenen keinen wirklichen Einfluss auf den Hörgenuss, da sie nicht Teil des eigentlichen Abenteuers sind. Darüber hinaus hat mich an dieser Folge noch eine klitzekleine Kleinigkeit gestört. Man will selbst zwar nie wirklich zwischen richtig und falsch unterscheiden oder ermahnen, aber irgendwie finde ich es recht ernüchternd, dass Dorian auf die Frage nach seinem Hobby indirekt das Trinken nennt. Aber wahrscheinlich gehört das zum Charakter Dorian Hunter und seiner schweren Vergangenheit, die er eigentlich meisterlich bewältig. Auch ist es wiederum Teil einiger amüsanter Momente in New Yorker Nachtbars, denn scheinbar trinken nur Engländer einen leicht holzig schmeckenden Bourbon.

FAZIT: Trotz der zwei genannten Punkte, die mich persönlich stören, ist „Dorian Hunter: Freaks“, die bisher gelungenste Folge der Serie und das aus gutem Grund: Hans-Werner Bussinger als Frank Leary.

45-sterne

• Genre: Gruselhörspiel • Studio: Folgenreich/Universal (31. Juli 2009) • ASIN: B0048IDRA0 • Dauer: 74 Minuten • Auch als mp3-Version erhältlich •

(Bilder © 2009 Folgenreich/Universal)

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