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Die Eiskönigin – Völlig unverfroren

Die Eiskönigin - Völlig unverfroren

INHALT: Der erste Schnee erreicht das skandinavische Königreich Arendelle. Die kleinen Prinzessinnen Anna ist so überwältig, dass sie ihre ältere Schwester Elsa weckt, um mit ihr darin zu spielen. Elsa hat magische Kräfte, die es ihr erlauben Eis und Schnee zu zaubern, sodass sie und die kleine Anna nicht nach draußen müssen, sondern auf magische Weise ihr kleines Winterwunderland im Thronsaal erschaffen. Dabei trifft Elsas Eiszauber die kleine Anna. Nachdem die Trolle Anna heilen und sie dabei die Magie ihrer Schwester vergessen lassen, entschließen die königlichen Eltern Elsa vor dem gesamten Königreich wegzuschließen. Von nun an wachsen die Schwestern nicht nur abgeschottet von der Außenwelt auf, sondern auch getrennt voneinander auf. Doch eines Tages sterben die Königin und der König bei einem Schiffbruch und Elsa muss die Thronfolge antreten. Während der Krönungsfeierlichkeiten verliebt sich Anna in den gut aussehenden Hans und verlobt sich ebenso schnell mit ihm. Als sie dann Elsa um ihren Segen bittet, verspottet Elsa ihre Schwester und verliert dabei die Kontrolle über ihre magischen Fähigkeiten. Verachtet als böse Hexe, flieht Elsa aus dem Königreich in die Berge und lässt einen bitterkalten Winter in Arendelle hinter sich. Anna fühlt sich mehr als schuldig für die ganze Situation und reist ihrer Schwester hinterher. Auf ihrer Reise schließen sich Einzelgänger Kristoff und sein treues Rentier Sven sowie der trottelige, aber unheimlich liebenswürdige Schneemann Olaf an…

REZENSION: „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ basiert sehr entfernt auf das von Hans Christian Andersen kreierte Märchen „Die Schneekönigin“. Dabei handelt es sich seit Jahren mal wieder um einen Film, der die Stärken eines Disney Meisterwerks besonders hervorhebt: viele aufrichtige und liebenswürdige Charaktere, eine spannende Geschichte, schillernde Musik und brillante visuelle Effekte. „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ enthält demnach alles, was man von einem intelligenten und spaßigen Animationsfilm erwartet. Im Gegensatz zum Original konzentriert sich Disneys 53. Meisterwerk auf zwei Schwestern und wie sie nach der Entfremdung wieder zueinanderfinden. Dabei ist die eisbedeckte Kulisse, die zu weiten Teilen durch den Film geleitet, unbeschreiblich schön und wird auf subtile Weise durch den Humor einzigartigen Charakteren lebendig.

Die Charaktere in „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ reichen dabei von einer naiven und verspielten Anna über einen starken und unabhängigen Kristoff bis hin zu Olaf dem tagträumenden Schneemann, welcher immer wieder für einen Lacher gut ist. Interessanterweise gibt es in diesem Film keine böse Stiefmutter oder auch Hexe und das, obwohl die ursprüngliche Schneekönigin das rein Böse verkörpert hat. In Disneys neuem Film übernimmt die Rolle der Schneekönigin Elsa, jedoch aus Angst vor ihren eigenen Kräften, die sie nicht zu kontrollieren weiß. Um niemanden zu verletzten versteckt sie ihre wahre Identität vor allen anderen in den Bergen von Arendelle. Dabei ist mir aufgefallen, dass im kompletten Film nie geklärt wird, woher und weshalb Elsa diese magische Begabung hat. Schade. Parallel dazu erlebt die jüngere Schwester Anna ihre ganz eigenen Abenteuer. Auch wenn Anna normal und bodenständig wirkt, so macht auch sie ihre Fehler und muss dafür büßen. Allerdings handelt sie immer aus Liebe heraus. Aber auch die beiden männlichen Figuren bringen ihren eigenen Charme mit. Auf der einen Seite wäre da Hans, der sich nicht nur sofort in die entzückende Anna verliebt, sondern auch ein ebenso großer Träumer, wie sie ist, und auf der anderen Seite ist da der starke und eigenwillige Kristoff, der Zeit seines Lebens von dem hundeähnlichen Rentier Sven begleitet wird.

Neben der erfrischenden neuen Variante von Andersens „Die Schneekönigin“ kann auch die Musik durchaus überzeugen, zumal man hier mal nicht die üblichen banalen Teenie-Popsongs präsentiert bekommt, sondern acht klassische Musicalnummern. Doch auch wenn Kristin Anderson-Lopez und Robert Lopez alles getan haben, um die Emotionen der Charaktere und die Dramatik der Geschichte zu unterstützen, so gibt es keinen wirklichen Ohrwurm, wie man es zum Beispiel von Alan Menken und Howard Ashman Songs aus „Arielle die Meerjungfrau“, „Die Schöne und das Biest“ oder „Aladdin“ gewohnt ist. Aber auch der Score, komponiert von Christophe Beck, ist nicht ganz das was hätte sein sollen. Was etwas bedauerlich ist, da die Handlung zumeist durch die Lieder vorangetrieben wird. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ um einen idealen Film für die Familie (von kleinen Mädchen) zur kalten Winterweihnachtszeit.

FAZIT: „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ ist seit Langem wieder einmal ein wirklich guter Disneyfilm, welcher nicht nur eine aufregende und freudige, sondern auch spannende und menschliche Geschichte über zwei Schwestern erzählt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Mit einigen wirklich lustigen und auch überraschenden Szenen kann – bis auf den fehlenden Ohrwurm, den für mich ein perfekter Disneyfilm ganz einfach mitbringen muss – das 53. Meisterwerk überzeugen.

35-sterne

• Genre: Animationsfilm • Studio: Disney (28. November 2013 // 3. April 2014) • Dauer: 108 Minuten •

(Bilder © 2013 Walt Disney Pictures)

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