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Dorian Hunter 7 — Amoklauf

Dorian Hunter - Amoklauf

INHALT: Nachdem Dorian Hunter erfahren hat, dass Frank Learys Sohn einer seiner gesuchten Brüder ist und derzeit auf Borneo lebt, steht für Dorian das nächste Ziel fest. Unmittelbar, nachdem Dorian in Borneo angekommen ist, hat er den Eindruck verfolgt zu werden. Doch der vermeintliche Verfolger stellt sich schnell als anonymer Hinweisgeber heraus. Er übermittelt Dorian die Tageszeitung von gestern, mit einem Artikel über einen sehr merkwürdigen Amoklauf. Auf kurzes Nachfragen beim Pagen, geht Dorian Hunter zu Grace Richardson, die Witwe des Amokläufers. Dort wird sein Verdacht, dass die schwarze Familie dahinter steckt, verhärtet. Die Witwe hingegen ist der festen Überzeugung, dass die Eingeborenen ihren Mann verhext haben. Doch Dorian befragt sie weiter und Grace Richardson beschreibt den behandelnden Arzt ihres Mannes, welcher genauso ausschaut wie der gesuchte Bruder Dr. Jerome Hewitt…

REZENSION: Die nunmehr 7. Folge „Dorian Hunter – Amoklauf“ beginnt mit dem mittlerweile etablierten Zusammenschnitt wichtiger Szenen aus der Vergangenheit, und wie erhofft wurde die Zusammenfassung auch wirklich nur noch auf die für die Folge bedeutsamen Ereignisse gekürzt. Das Hörspiel selbst knüpft direkt an einen der Ausblicke von Folge 6 an. Anders als in den vorherigen Episoden bekommt der Zuhörer nun endlich das Gefühl, dass der Nebenstrang der Handlung um das Henkersschwert bald mit dem Hauptstrang verbunden wird man sich nicht mehr die lästige Frage „Was hat das jetzt mit der Hörspielfolge zu tun?“ stellen muss. Vorteilhaft ist dabei auch, dass den weiteren Abenteuern viel mehr Raum zum Entfalten und Verstricken gegeben wird. Allerdings, so schätze ich die Situation ein, muss man noch ein bis zwei Folgen warten. Die Eröffnung der eigentlichen Handlung von „Dorian Hunter – Amoklauf“ erzeugt meines Erachtens schon ein recht unangenehmes Gefühl, denn der Zuhörer wird Zeuge wie Harry Richardson scheinbar eine Verwandlung durchmacht. Die verwendeten Geräusch tun dabei ihr übriges. Kombiniert mit der Musik von Moorland Music zieht sich diese unheimliche Geräuschkulisse durch die gesamte Hörspielfolge und erzeugt dadurch eine recht beklemmende Athmosphäre. Im Booklet wird dieser Mix als „ein moderner Soundtrack mit Knacken und Knistern, rhytmisierten Kühlschrankgeräuschen, Herzblubbern aus dem Wasserglas und oktavierten Autogesängen mit Doppler-Effekt“ bezeichnet.

Aber auch die Stimmen sind wieder famos. Besonders ins Herz geschlossen habe ich Marvin Cohen, welcher von Frank Gustavo gesprochen wird. Obwohl der Charakter sehr einfach und ein bisschen unbeholfen gestrickt ist und scheinbar erst zuschlägt, bevor er das Gespräch sucht, bringt er vor allem in Gesprächen mit Dorian Hunter eine Menge bösen Zynismus mit. Aufgrund dieser Tatsache hoffe ich, dass auch Marvin Cohen ein Teil des Ermittlungsteams von Dorians Einheit wird. Ich wäre sehr gespannt auf einen Schlagabtausch zwischen ihm und dem puppengroßen Donald Chapman. Neben Frank Gustavo gibt es noch weitere gute Sprecher. Dazu gehört auch Sven Plate, dessen Stimme Dr. Jerome Hewitt verkörpert. Trotz der manchmal etwas kindlichen und hysterischen Vertonung des Doktors wirkt sie sehr sympathisch und lenkt zunächst von den bösen Absichten des verrückten Kurpfuschers ab. Doch bald merkt man, dass seine Pläne alles andere als friedfertig sind. Auch Brigitte Grothum hat eine sehr angenehme Stimme. Sie personifiziert Grace Richardson, die Witwe des ersten Amokläufers. Sie wirkt gediegen und betagt, kann aber – wie sich im weiteren Verlauf des Abenteuers herausstellt – auch aufdrehen.

Jedoch gibt es neben den vielen positiven Eigenschaften dieser Folge auch ein mittelgroßes Manko: Nämlich der fehlende Erzähler. Gerade zum Ende hin, wo alles von den Charakteren über die Musik bis hin zu den Strömen aus fließendem Blut noch einmal richtig aufdreht, wird es recht hektisch. Das führt wiederum dazu, dass man etwaige Taten und Geschehnisse erst gar nicht wirklich realisiert oder nur anhand der Geräusche erahnen kann. Vielleicht hätte man hier wieder von Dorians Ich-Perspektive Gebrauch machen sollen. Dass das funktionieren kann, haben bereits vorherige Folgen bewiesen.

FAZIT: „Dorian Hunter – Amoklauf“ ist ein sehr düsteres und spannendes Abenteuer, welches den Aufdruck „Vorsicht Splatter-Alarm“ verdient hat. Die Vertonung von Stimmen und Musik ist erneut qualitativ hochwertig, jedoch fehlt es leider vor allem zum Ende hin an der Erzählperspektive, wodurch es teilweise schwer wird, dem Geschehen zu folgen.

40-sterne

• Genre: Gruselhörspiel • Studio: Folgenreich/Universal (4. September 2009) • ASIN: B0048IDRFA • Dauer: 74 Minuten • Auch als mp3-Version erhältlich •

(Bilder © 2009 Folgenreich/Universal)

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