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Castle of Illusion: Remake

Castle of Illusion: Remake

INHALT: Mickeys Abenteuer beginnt mit der ältesten Geschichte von allen: Seine Freundin Minnie Mouse wird während eines Picknicks entführt. Aber nicht irgendwohin, nein, sie wird auf das verzauberte und mit Fallen vollgestopfte Schloss, namentlich das „Castle of Illusion“, der bösen Hexe Mizrabel gebracht und es ist Mickeys Aufgabe seine Freundin zu retten. Doch bevor er der Hexe gegenübersteht, muss er zunächst noch das Schloss und seine verschiedenen Level erforschen. Dabei wandelt er durch die Illusionen eines Spielzeuglands, eines Waldes, einer Bibliothek und viele mehr. Erst wenn Mickey von jedem Wächter der Illusionen den Regenbogenkristall erhalten hat, kann er die Regenbogenbrücke herbeizaubern und in den Turm zu Minnie hüpfen.

REZENSION: Die ursprüngliche Version von „Castle of Illusion“ wurde 1990 von Sega Genesis veröffentlicht und gehört seither zu den zeitlosen Klassikern unter vielen Gamern. Schon zu damaligen Zeiten gehörte das Spiel weder zu den längsten noch zu den schwierigsten Jump’n’Runs. Trotzdem hat das charmante Spiel immer wieder Spaß bereitet, selbst denen die keine Disneyanhänger waren. Nun nach mehr als 20 Jahren hat sich SEGA Studios Australia daran versucht, ein Remake zu erschaffen. Doch anstatt den alten Sidescroller lediglich mit HD-Grafik aufzupolieren, haben sich die Macher dazu entschlossen, das Spiel von Grund auf zu erneuern. Mit Erfolg, wie ich finde.

Bei einem Jump’n’Run ist es nicht anders zu erwarten, als dass das Springen über oder auf etwas zu der grundlegenden Fortbewegungsmethode im gesamten Spiel gehört. Dabei bewegt sich Mickey Mouse als auch die meisten seiner Gegner eher behäbig und vereinfachen damit in gewisser Hinsicht auch die Spielmechanik. Jedoch können einige Bereiche, in denen man wertvolle Gegenstände wie Chilischoten oder Spielkarten findet, nur mit dem Abprallen auf des Gegners Kopf erreicht werden. Auf diese Weise springt Mickey wesentlich höher als gewöhnlich. Sollte man einmal daneben springen, dann muss der Spieler nicht lange warten oder gar das Level neu starten, sondern geduldet sich kurz bis der Gegner respawnt und versucht erneut in das Bonuslevel einzutauchen, frei nach dem Trial-and-Error-Prinzip. Zusätzlich ist Mickey mit einem begrenzten Vorrat an Wurfmaterialien, wie Äpfel oder Pfefferminzdrops, ausgestattet. Diese verwendet der Spieler, um Schatzkisten zu öffnen oder entfernte Gegner aus dem Weg zu räumen.

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Eigentlich klingt das ja alles ganz gut, wäre das Spiel nicht schon nach wenigen Stunden wieder vorbei. Grund dafür dürfte der ohnehin schon nicht sehr weit oben angesiedelte Schwierigkeitsgrad sein und die eigentlich doch recht geringe Anzahl an Level, welche bereits durch diverse Bonusquests in die Länge gezogen wurden. Dabei sind die meisten Level eher zweidimensional ausgelegt, während das Spiel in den Boss Fights auf die dritte Dimension erweitert wird. Das kann sich auf der einen Seite sehr gut auf das Gameplay auswirken, wie zum Beispiel wenn man vor dem Springteufel davon rennen muss, es kann aber auch zu einem gewissen Grad frustrierend sein, wenn man etwa mit Mickey Mouse vom Bildschirm wegspringen muss, da man mit der fixen Kameraeinstellung nur schwer den Abstand zwischen zwei Plattformen einschätzen kann. Nichtsdestotrotz sind solche Momente so selten im Spiel vertreten, dass man die kurzzeitige Unzufriedenheit darüber schnell wieder vergisst.

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Allerdings gibt es da noch einen Punkt, der angesprochen werden muss und mir persönlich erst beim finalen Endgegner aufgefallen ist. Vor manchen Boss Fights werden kleine Filmchen eingespielt, die, warum auch immer, nicht abgebrochen werden können. Da in „Castle of Illusion“ die Kämpfe gegen die Endgegner eines Levels mit Abstand der schwierigste und kniffeligste Teil des gesamten Spiels sind, ist die Wahrscheinlichkeit die Bosse nicht gleich beim ersten Mal in die Knie zu zwingen sehr hoch. Wenn man sich das Video dann zum fünften oder sechsten Mal anschauen „darf“, kann man durchaus etwas verzweifelt oder genervt vorm Bildschirm sitzen.

Hat man das Spiel einmal beendet, findet man sich im Schloss wieder, welches wie eine Art Knotenpunkt zum Erreichen aller bereits durchgespielten Level fungiert. Somit wird dem Spieler ermöglicht, verbliebene Diamanten oder noch nicht entdeckte kostbare Gegenstände einzusammeln. Mit diesen Gegenständen können Statuen oder Outfits für Mickey freigeschaltet werden. Außerdem erhält der Spieler die Möglichkeit, jedes Level im Zeitmodus abzuschließen. Ich finde, hier haben sich die Macher von „Castle of Illusion“ eine nette Neuerung ausgedacht, die das eigentliche Spiel selbst zwar nicht verlängert, aber dafür den Spielspaß erhöht.

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Im Hinblick auf die Grafik und den Sound kann das Remake definitiv punkten. Die Welt um Mickey Mouse ist so wunderschön gestaltet, dass man regelrecht aus der vorgegebenen Laufstrecke in alle Richtungen ausbrechen und die Umgebung auf eigene Faust erkunden möchte. Alles wirkt so glanzvoll, mystisch, kitschig und irgendwie auch niedlich – eben ganz nach Maßstäben von Disney. Aber auch die Musik steht der formvollendeten Visualisierung in nichts nach. Sie wird immer passend eingesetzt und unterstützt damit die Szenerie. Zusätzlich wurde das Remake, anders als das Original, mit einer sehr angenehmen Erzählstimme ausgestattet. Leider ist die Sprachausgabe komplett in Englisch, sodass das Mitlesen der Untertitel nicht ausbleibt, sofern man dem Englischen (noch) nicht mächtig ist, wie z.B. jüngere Spieler. Der Erzähler kann aber auch im Menü deaktiviert werden.

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Die Steuerung ist simpel und weitestgehend intuitiv. Natürlich gibt es eine Art Tutorial, in dem noch einmal die wichtigen Dinge wie Springen und Werfen erklärt werden. Allerdings sollte man bedenken, dass dieses Spiel nicht mit der Maus (PC-Version) gespielt werden kann. Entweder läuft die Steuerung komplett über die Tastatur oder ein Gamepad. Dabei kann ich jedem von der Steuerung über die Tastatur nur abraten, da man kein Gefühl für die Bewegung von Mickey Mouse bekommt. Auf mich hat es den Eindruck gemacht als ob sie nicht exakt sei. Ganz im Gegenzug zum Gamepad, hier ist die Lenkung viel natürlicher. Man könnte fast behaupten das Spiel eigne sich hervorragend für Gamepadlegastheniker. Für die PC-Version sei noch angemerkt, dass man sich zum Spielen einen XBox-Controller zulegen sollte, denn mit einem PS3-Controller ist die Bedienung nicht möglich, sofern man nicht mittels entsprechender Software das benötigte Gamepad simuliert.

FAZIT: „Castle of Illusion“ ist ein sehr gelungenes Remake. Der Charme des ursprünglichen Spiels geht trotz des neuen Gewands nicht verloren. Musik und Grafik lassen vor allem den jüngeren Spieler in eine Welt voller Magie abtauchen. Und auch wenn das Remake ähnlich wie das Original nicht das längste und definitiv auch nicht das komplizierteste ist, so sollte man sich „Castle of Illusion“ nicht entgehen lassen.

35-sterne

• Genre: Jump’n’Run, Arcade • Studio: SEGA (4. September 2013) • Als Steam-Download erhältlich •

(Bilder © 2013 SEGA, Disney)

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