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Cecelia Ahern — Für immer vielleicht

„Für immer vielleicht“ ist nun das vierte Buch, das ich von Cecelia Ahern gelesen habe. Und für gewöhnlich finde ich die Bücher von ihr entweder super oder enttäuschend (wenn man das bei drei Büchern schon behaupten kann :?:). Aber bei diesem Buch kann ich mich auch direkt nach dem Lesen nicht entscheiden, in welche Kategorie ich das Buch einsortieren soll.

Für immer vielleicht

Rosie und Alex sind die zwei Hauptcharaktere, die zwar füreinander bestimmt sind, aber nie zueinanderfinden wollen. Sie kennen sich bereits aus Kindheitstagen, gingen durch dick und dünn, haben sich auseinander gelebt und wieder zueinandergefunden. So wird Rosie ungewollt schwanger, muss sowohl ihre Träume zurückstecken als auch Katie allein versorgen. Mal ganz zu schweigen davon, dass sie in Alex verliebt ist. Stattdessen heiratet er eine Frau, scheinbar nur des Heiratens Willen, weshalb Ehekrisen von Anbeginn vorprogrammiert sind. Erst als nach Jahren Rosie das vermeintliche Glück findet, merkt Alex, dass sie seine wahre Liebe ist. Doch er möchte der frisch erblühten Liebe zwischen Rosie und Greg nicht im Wege stehen.
Dies entspricht etwa dem Inhalt der ersten 140 Seiten, und wie du siehst, geht es hier ständig auf und ab, hin und her, vor und zurück. Keiner der beiden Protagonisten weiß wirklich was er will, bis es ihm bzw. ihr wortwörtlich vor der Nase weggeschnappt wird. Dazu kommt noch, dass die beiden Freunde/Liebenden sehr viele Tiefschläge einstecken, Rosie in meinen Augen deutlich mehr. Und trotzdem ist sie ein kleines Stehaufmännchen. Das ist eine wirklich positive Eigenschaft, aber meiner Meinung dürfte sie an manchen Stellen in der Geschichte ruhig etwas egoistischer sein. Aber da sie der tollste und liebste Mensch auf Erden ist, schaut sie lieber anderen Menschen beim Glücklichsein zu. Mir hat es auch nicht gefallen, dass sie immer erst von ihren besten Freunden und Geschwistern einen A-Tritt bekommen muss, damit sie tatsächlich mal reagiert. Aber auch Alex ist eher so ein Durch-das-Leben-Stolperer. Zwar realisiert er seine Ziele, so gut es ihm möglich ist, aber was sein Gefühlschaos angeht, ist er ein ähnliches Wrack wie Rosie. Irgendwie will man ja mit jemandem zusammen sein, aber irgendwie ist er/sie nicht wie Alex/Rosie. Und das ist es auch, was mich am meisten an „Für immer vielleicht“ stört. Es gibt keinen Moment, an dem die Geschichte mal ruhig ist und geradeaus verläuft. Ständig wird von allen Seiten an ihr gezerrt, [Achtung Klischee voraus] wie Frauen, die sich um den letzten Designer-Pulli streiten. Frau Ahern hat einen Schicksalsschlag nach dem anderen eingebaut, um damit das vermeintlich Glück meilenweit auseinanderzureißen. Auf Dauer wirkte es auf mich sehr frustrierend und hat mir dann und wann auch nicht wirklich Spaß gemacht zu lesen.
Das Buch hat aber auch seine positiven Seiten. Zum einen wäre da die wirklich tolle Idee, die Geschichte in E-Mails, Briefen, Chatunterhaltungen, etc. zu präsentieren und die Charaktere damit für sich sprechen zu lassen. Zwar habe ich dann und wann Betreffzeilen und Grußformeln nicht mehr mitgelesen, weshalb eine Seite manchmal schneller umgeblättert wurde als gedacht, aber deshalb habe ich nichts von dem Inhalt verloren, da man schnell am Schreibstil mitbekommt, um welche Person es sich handelt. Dabei haben mir besonders die Nebencharaktere gefallen, wesentlich mehr sogar als Alex und Rosie. Denn allesamt haben etwas aus ihrem Leben gemacht, waren im richtigen Moment egoistisch genug, wenn es darum ging, Ziele zu erreichen. Zwar mussten viele der Geschwister, Eltern und Freunde nicht ganz so krasse Tiefpunkte durchstehen, aber sie haben es erst gar nicht so weit kommen lassen. Diese Einstellung hätte ich mir so sehr für Alex und Rosie gewünscht, aber es sollte nicht sein.

Fazit: „Für immer vielleicht“ hätte so ein wunderschönes Buch werden können, Potenzial ist auf jeden Fall da, aber ich komme bis zum Schluss nicht drüber hinweg, dass die Protagonisten Alex und Rosie eine so Wischiwaschi-Einstellung zum eigenen Glück haben, dass sie lieber leiden, den Schmerz unterdrücken und einen Tiefschlag nach dem anderen hinnehmen als dafür zu arbeiten zufrieden zu sein. Dieser Charakterzug ist dafür besonders bei den Freunden und Geschwistern der beiden Helden ausgeprägt. Aus diesem Grund hat es mir mehr Spaß bereitet, zu lesen welchen Traum einer von ihnen als Nächstes erfüllt anstatt der schier endlosen und tragischen Liebesgeschichte zwischen Alex und Rosie zu folgen.

30-sterne

• Genre: Frauenroman, Gegenwartsliteratur • Verlag: Krüger (Februar 2005) • ISBN: 978-3828978362 • Seiten: 448 Seiten • als Kindle-Version erhältlich • Originaltitel: Where Rainbows End •

(Buch © Krüger)

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