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Emilys Abenteuer — Liz Kessler

Nun habe ich endlich auch den zweiten Band der Emily-Windfang-Reihe gelesen und wurde bis auf einige Kleinigkeiten recht gut unterhalten. 🙂

Emilys Abenteuer

In „Emilys Abenteuer“ zieht Emily mit ihrer Familie auf eine weit entfernte Insel im Bermudadreieck. Doch sie reisen nicht allein dahin: Millie, die beste Freundin der Mutter, und Shona, das Meermädchen, mit dem sich Emily angefreundet hat, kommen auch mit. Die Rundum-Insel ist ein wunderschönes Paradies, wie man es eigentlich nur von Postkarten kennt. Vor Ort wurde der Familie Windfang ein riesiges Hausboot hergerichtet, das ihnen nun als Neues zu Heim dienen soll. Emily hat schnell ihr eigenes Zimmer gefunden. Auch Shona ist von der Insel begeistert. So beginnen die Mädchen alsbald, die Insel zu erkunden. Dabei lernen sie zwei weitere Meermädchen kennen, Althea und Marina. Sie zeigen den beiden Freundinnen eine verbotene Lagune und sticheln vor allem Emily an, diese zu betreten. Zunächst traut sich Emily nicht, doch zusammen mit Shona erkundet sie die Lagune und entdeckt einen dunklen und tiefen Höhleneingang, der mit einem Findling versperrt ist. Emily, die ihren Mut ihren neuen Freundinnen beweisen will, schafft es den Stein zu entfernen. Doch was dann passiert, damit hätte die kleine Halb-Meernixe nicht gerechnet: Ein böser Riesenkrake ist hinter dem Ende der Höhle eingesperrt gewesen und Emily hat diesen befreit. Die Macht der Riesenkrake bleibt auch von Neptun nicht unbemerkt, der sofort zur Rundum-Insel reist, um den Verantwortlichen zu bestrafen. Da Emily ihrer Familie, die nun endlich glücklich sein kann, nicht das schöne Paradies zerstören will, haut sie ab und beschließt, dass sie selbst dafür sorgen muss, dass der Krake wieder eingesperrt wird.
Zur spannenden Erzählung paart sich noch eine Nebenhandlung über Mandy Rushton, das Mädchen, dass Emily in ihrer damaligen Schule in Brightport [Hier habe ich immer Brighton gelesen, die englische Küstenstadt mit all ihren Piers.] immer geärgert hat. Natürlich baut die Autorin Liz Kessler so etwas nicht umsonst ein, daher wird zumindest der Ausgang von „Emilys Abenteuer“ zu einem gewissen Grad vorhersehbar. Ich finde es aber nicht schlimm, denn von der eigentlichen Handlung wird ja nichts verraten. Und trotzdem gibt es den einen oder anderen Punkt, an dem ich mich gestört habe. Zum einen passiert ca. drei Viertel des Buches nicht wirklich viel und die abschließende Action erschließt sich auf ca. 50 Seiten. Zum anderen fehlte mir etwas die Hinterfragung und Untermauerung der neuen Lebenssituation auf der Rundum-Insel. Sprich: Der Vater bringt der Mutter jetzt jeden Tag schwimmen bei, Millie legt auf immer und ewig allen die Karten und Emily lernt nur noch, sich unter Wasser die Haare zu kämmen?! Und weiter? Wo ist da der tatsächliche paradiesische Alltag? Macht der Vater auch noch was anderes? Was macht die Mutter, die nicht wie alle anderen eine Meernixe ist? Etc. Beide Sachverhalte sind meiner Meinung nach auf die Kürze des Buches zurückzuführen. In etwas mehr als 200 Seiten kann ein Autor eben nicht viel an Hintergrundinformation einarbeiten und auch kein großartiges Handlungsdreieck aufbauen. Und das rettet auch wiederum „Emilys Abenteuer“. Denn auch wenn nicht viel passiert und wenig Informationen gegeben werden, so hat sich das Buch nicht lange mit den unterschiedlichen Belanglosigkeiten aufgehalten. Stattdessen gab es zwei drei witzige unerwartete Wendungen und auch die alternierende Erzählperspektive von Emily und Mandy sorgte ebenfalls für Abwechslung. Die 224 Seiten waren damit schneller gelesen als gedacht.

Fazit: Eine unterhaltsame kleine Geschichte für alle die, die Meernixen mögen. Ich hätte mir gewünscht, dass Liz Kessler hier und da mehr Worte zur Umgebung und zum Leben auf der Rundum-Insel in „Emilys Abenteuer“ geschrieben hätte. Allerdings hatte ich diesbezüglich keine großen Erwartungen in dem 200-Seiten-Roman. Letzten Endes hatte ich meinen Spaß und werde auch bald den dritten Band der Emily-Windfang-Serie lesen.

40-sterne

• Genre: Abenteuer, Mädchenroman • Verlag: Fischer (19. Juli 2005) • ISBN: 978-3596851607 • Seiten: 224 Seiten • als Kindle-Version erhältlich • Originaltitel: Emily Windsnap and the Monster from the Deep •

(Buch © Fischer)

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