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Der ist ja nicht doof, nur irgendwie hochbegabt — Tanja Janz

Ab und an lese ich gerne mal ein Sachbuch. Vor dem Hintergrund, dass ich bald mein Referendariat beginne, interessieren mich natürlich Bücher über das Lehrerdasein besonders. Und so kam es, dass „Der ist ja nicht doof, nur irgendwie hochbegabt“ von Tanja Janz sofort mein Interesse geweckt.
Der ist ja nicht doof, nur irgendwie hochbegabt
Tanja Janz berichtet in ihrem Erstlingsroman von wahren Geschichten aus der Zeit als Nachhilfelehrerin. Dabei durfte ich lustige, unfassbare und traurige Geschichte lesen. Viele Aspekte haben mich sogar zum Nachdenken angeregt, einige erzeugten ein reges Kopfschütteln und mit wieder anderen Ansichten der Autorin stimme ich überhaupt nicht überein. Ich möchte hier nicht jede einzelne Erfahrung listen, zumal du dann das Buch nicht mehr lesen brauchst. Aber ich möchte einige Punkte, die ich mir markiert habe oder während des Lesens aufgefallen sind, kurz besprechen.
Zunächst sollte ich erwähnen, dass ich trotz meines langsamen Lesetempos mich relativ zügig durch „Der ist ja nicht doof, nur irgendwie hochbegabt“ geblättert habe. Das spricht natürlich für den guten und flüssigen Schreibstil der Autorin sowie den zahlreichen interessanten Themen. Darüber hinaus sind die Kapitel recht knappgehalten, alle nicht länger als 10 bis 15 Seiten. Da konnte ich manchmal nicht anders als schnell noch ein weiteres Kapitel zu verschlingen.
Ein wichtiger Punkt, den das Buch eigentlich mehrfach anspricht, ist die Tatsache, dass „Nachhilfe nicht bedeutet, dass man einem ohnehin schon guten Schüler einen sehr guten, aus einem durchschnittlich Begabten einen Einstein macht. Nachhilfe bedeutet, dass man am Bodensatz der Schülerschaft herumkratzt und versucht, die müden Hirne der anwesenden Nachhilfeschüler zu einer minimalen geistigen Leistung zu bewegen.“ (S. 18f.) Oder auch die Tatsache, dass ein Lehrer bestimmte Kinder ätzend finden kann, ist sowohl bei den Eltern als auch in der Öffentlichkeit verpönt. Als Lehrkraft muss man alle Kinder mögen. (S. 51) Und das sind nur zwei der vielen anregenden und nachdenklichen Quintessenzen der Erlebnisse von Tanja Janz.
Leider hat mich die Autorin bei ca. drei Viertel des Buches verloren. Man merkt, dass sie zu einem Abschluss von „Der ist ja nicht doof, nur irgendwie hochbegabt“ kommen möchte. So erläutert sie ihren weiteren Werdegang und vergleicht damalige Gegebenheit mit dem heutigen Stand. Dabei stellt sie Behauptungen auf, die aus eigener Erfahrung leider nicht der Wahrheit entsprechen. Weshalb ich mich die letzten 50 Seiten mehr über das geschriebene Wort geärgert habe. Schade.

Fazit: Generell ist „Der ist ja nicht doof, nur irgendwie hochbegabt“ ein wirklich spannendes Buch mit unzähligen interessanten Geschichten. Leider stellt Tanja Janz zum Ende hin einige Behauptungen auf, die aus persönlicher Erfahrung nicht den Tatsachen entsprechen. Dennoch hat sich das Sachbuch schnell und flüssig lesen lassen und die positiven Erinnerungen an die Nachhilfestunden übertrumpfen dann doch die Negativeindrücke.

35-sterne

• Genre: Sachbuch, Schule • Verlag: Bastei Lübbe (20. September 2013) • ISBN: 978-3404607501 • Seiten: 272 Seiten • als Kindle-Version erhältlich •

(Buch © Bastei Lübbe)

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