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Maleficent — Die dunkle Fee

Maleficent

INHALT: Die Geschichte beginnt mit den Worten, dass ein bekanntes Märchen neu erzählt werden muss. Und so setzt die Handlung bei einem kleinen Mädchen mit Flügeln ein, die so groß sind, dass sie auf dem Boden schleifen. Das neugierige, freundliche und lebenslustige Ding hört auf den Namen Maleficent. Sie lebt mit ihresgleichen im Königreich der magischen Wesen. Doch anders als im Land der Menschen vertrauen und geben hier alle aufeinander Acht. Eines Tages begibt sich ein kleiner Junge namens Stefan ins Reich der Feen und trifft dort auf Maleficent. Ungeachtet ihrer Herkunft und dem Verbot, dass es den Wesen aus den unterschiedlichen Königreichen untersagt ist, miteinander zu kommunizieren, entwickelt sich zwischen den beiden bald eine Freundschaft und schnell die erste Liebe. An ihrem 16. Geburtstag schwört Stefan Maleficent die ewige Treue, doch sein Wunsch nach Macht und Reichtum soll der jungen Liebe bald zum Verhängnis werden. Jahre vergingen und Stefan hat es geschafft, in den engeren Kreis der Berater des Königs zu gelangen. Da dieser aufgrund schwerwiegender Verletzungen, die er im Kampf gegen die magischen Wesen erlitten hat, bald sterben wird, ist sein letzter Wunsch Maleficent tot zu wissen. Als Belohnung für denjenigen, der dem dahinsiechenden Kranken den Kopf dieser Fee bringt, soll die Krone überreicht werden. Stefan sieht eine Möglichkeit darin seinen Wunsch wahr werden zu lassen, weshalb er beschließt, sich ein letztes Mal mit Maleficent zu treffen. Geblendet von der Liebe zu Stefan, erkennt sie seine bösen Absichten erst, als es bereits zu spät ist, er ihre Flügel und ihr Herz geraubt hat. In Maleficent erwacht die böse Fee und der Wunsch auf Rache, sodass sie die erstgeborene Tochter von Stefan verzaubert, auf dass nur die wahre Liebe den Bann brechen kann…

REZENSION: „Maleficent“ ist einer dieser Filme, die ich im Jahr 2014 heiß ersehnt habe. Allerdings stiegen mit jeder Veröffentlichung eines neuen Bildes, eines neuen Teasers oder Trailers auch die Erwartungen an den Film selbst. Leider wurden diese letztlich nicht erfüllt; und das, obwohl „Maleficent“ eigentlich kein so schlechter Streifen ist. Da es sich hierbei um eine Disney Produktion handelt, ist es nicht verwunderlich, dass der Regisseur und sein Team sich an die 1959 veröffentlichte Trickfilmvariante orientiert haben. So wurde das Märchen mit einer ausführlichen Vorgeschichte und einem wendungsreichen Ende bestückt, mit dem ich ehrlich gesagt nicht gerechnet hätte. Sei es nun aufgrund so offensichtlicher Klischees, die man eigentlich schon gar nicht mehr wahrnimmt, oder weil für mich die Handlung auf eine andere finale Lösung abzielte. Leider kann sich „Maleficent“ nicht so recht entscheiden, ob der Film für Kinder oder für Erwachsene gedreht wurde. Für Kinder ist der Film meiner Meinung nach zum Teil zu gruselig und für Erwachsene nicht gruselig genug. Dafür wird in der märchenhaften Geschichte mit klugen Wortspielen und charmanten Witzen der Humor aller Generationen angesprochen.

Bereits im Vorfeld des Kinostarts hat man immer wieder betont, dass Angelina Jolie aufgrund ihrer Wangenknochen dazu geschaffen ist, Maleficent darzustellen. Natürlich gab es noch zahlreiche kosmetische Unterstützung, dass Jolie auch sonst durchweg wie eine makellose Schönheit erstrahlt. Jedoch hatte ich mit ihrer hageren Präsenz immer mal wieder Probleme, insbesondere in solchen Szenen, in denen ihre Hände gezeigt werden. Oder sollte ich diese eher als knöchrige Stöckchen bezeichnen? Dafür konnte Jolie in ihrer Verwandlung vom unschuldigen Wesen über die kaltherzig, dunkle Fee bis hin zur liebenden und beschützenden Patentante wirklich überzeugen. Dabei leistet Elle Fanning als Aurora auch einen entsprechenden Beitrag. Zwar hat sie mir manchmal zu oft und zu viel über beide Ohren gestrahlt, aber sie harmoniert einfach hervorragend mit Jolie, sodass Fanning in ihrer unbeholfenen und unschuldigen Art dann doch den Zuschauer begeistern kann. Missfallen hat mir hingegen Sharlto Copley als Stefan. Er wirkt bereits als junger Mann und dann auch als König viel zu alt. Vielleicht hätte eine Bartrasur dem entgegengewirkt, für faltenwegspachtelndes Make-up hat man sich jedoch nicht entschieden. Außerdem wirkt er oftmals in seiner Rolle sehr unbeholfen und seine Wutausbrüche bzw. Geistesabwesenheit zu überkandidelt. Auch habe ich mich gefragt, wer diesen Mann gecastet hat, da er optisch auch rein gar nicht zu Jolie passt.

Die optische Präsentation ist dafür wieder erste Sahne. Der Zuschauer merkt einfach, dass die magische Welt von „Maleficent“ mit viel Arbeit und natürlich auch viel Geld zum Leben erweckt wurde. Allein die Liste der Mitarbeiter, welche in der Abteilung der CGI-Effekte mitgewirkt haben, ist ewig lang. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die vielen kleinen und großen, erdigen und bunten Figuren mit unzähligen Details ausgestattet wurden, die sich damit hervorragend in ihr entsprechendes Biom eingliedern. Sogar die Kostüme der Darsteller sind beeindruckend. So hat Maleficent nicht nur ihre bekannte schwarze Kutte, sondern naturfarbene Kleider und diverse turbanähnliche Kopfbedeckungen aus Schlangenleder. Da jeder in der magischen Welt aufeinander aufpasst, stammte diese Schlange wohl aus der Menschenwelt … Räusper. Einzig der Catsuit im finalen Kampf wirkte bei der doch recht dünnen Angelina Jolie mit riesigen Hörnern etwas unpassend. Dafür fand ich die Anzahl an Kameraperspektiven, die benutzt wurden, um ihre Wangenknochen in Szene zu setzen, bemerkenswert. Dass Jolie als ausführende Produzentin und Hauptdarstellerin des Films mehr Screen-Time erfährt als andere Charaktere, ist dabei außen vor zu lassen. Zuguterletzt gibt es auch ein riesiges Lob an den Komponisten James Newton Howard. Er hat eine Bandbreite hervorragender instrumentaler Stücke zum Film beigesteuert, die die unterschiedlichen Atmosphären in „Maleficent“ unterstützen. Zudem hätte ich mir niemanden Besseren vorstellen können als Lana del Rey, die mit ihrer rauchig tiefen Stimme sehr lasziv den Titelsong „Once Upon A Time“ ins Mikrofon haucht.

FAZIT: „Maleficent“ bietet eigentlich gute Kinounterhaltung, denn grundlegend wurde vor allem im Bereich der musikalischen Untermalung und grafischen Präsentation alles richtig gemacht. Doch leider haperte es für mich bei den Qualitäten von Sharlto Copley, der zwar ähnlich wie Angelina Jolie zu alt für die Rolle wirkt, aber im Gegensatz zu ihr mit keinen der anderen Schauspieler harmonieren will. Wer ansonsten nichts gegen Angelina Jolie in der Hauptrolle und der Beweihräucherung ihrer künstlich betonten und verstärkten Wangenknochen hat, den erwartet ein witziges, spannendes und charmantes Märchenabenteuer.

35-sterne

• Genre: Märchen, Fantasy • Studio: Walt Disney Pictures (29. Mai 2014 // tba) • Dauer: 139 Minuten •

(Bilder © 2014 Walt Disney Pictures)

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