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Herzensrache von Mella Dumont

Es ist schon eine Weile her seit meiner letzten Buchrezension, aber meine Leseflaute hält immer noch an. Zumindest ermutige ich mich jetzt immer, ein oder zwei Kapitel am Morgen nach dem Aufstehen zu lesen. So brauche ich für ein 400-Seiten-Buch zwar nicht nur ein Wochenende, sondern gleich drei, aber die Verlage haben es verdient, endlich ihre Rezension zu erhalten. 🙂

Herzensrache von Mella Dumont

Herzensrache von Mella Dumont durfte ich im Rahmen einer Leserunde von LovelyBooks lesen. Aus diesem Grund möchte ich mich an die zu rezensierenden Abschnitte halte (und versuche dabei nicht zu spoilern). Doch bevor ich hier ins Detail gehe, möchte ich dir noch kurz den Inhalt erläutern.

Die Heldin von „Herzensrache“ heißt Birgit „Biggi“ Lechner, sie ist um die 30, Youtuberin aus Leidenschaft und arbeitet für Extended Media, einem Unternehmen für Grafik- und Mediendesign. Seit einigen Jahren ist Biggi mit ihrem Kollegen Bernhard Michaeli zusammen. Als sie eines Abends von der Lottogesellschaft einen Anruf erhält, indem man ihr mitteilt, dass sie 21 Millionen gewonnen hat, möchte sie es unbedingt Bernhard mitteilen. Auf dem Weg zu seiner Wohnung darf Biggi feststellen, dass Bernhard sie mit seiner Assistentin Johanna „Josie“ Martens betrügt. Biggis Welt bricht zusammen und sie sucht den Trost bei ihren Freundinnen, Petra und Marion. Zwar verheimlicht Biggi den Lottogewinn, aber gemeinsam beschließen die Mädels, dass ein Racheplan her muss. Doch zunächst sind die Drei ideenlos. Nachdem aus Kummer und Trauer Frust und Ärgernis geworden ist, beschließt Biggi ihrer Youtube-Fangemeinde ihre neu gewonnen Single-Status zu erläutern. Das Video boomt und hat in kürzester Zeit um die 350.000 Klicks. Dies nimmt Biggi als Anlass ihren Racheplan zu schmieden, denn schließlich kann sie mit 21 Millionen Euro eine Menge anstellen. Unter anderem auch ein Youtube-Big-Brother-Format erschaffen mit Bernhard und Josie als Kandidaten, die vor laufender Kamera bloßgestellt werden sollen.

Teil 1: Prolog bis Kapitel 9

Der Roman beginnt mitten im Leben von Birgit „Biggi“ Lechner und präsentiert sich trotz des schicksalhaften Ereignisses locker und leicht. Jedoch fällt bereits nach den ersten Kapiteln auf, dass die Handlung doch etwas unglaubwürdig gestrickt ist. Dabei rede ich von Tatsachen, dass Biggi erfolgreiche Youtuberin ist, dass Biggi nicht weniger als 21 Millionen im Lotto gewinnt, dass Biggi ohne viel Aufwand immer das bekommt, was sie möchte, und sich natürlich in allen geschäftlichen Belangen zur Unternehmensgründung hervorragend auskennt … Deshalb ist Biggi als Protagonisten aber nicht unsympathisch, nur eben nicht realistisch genug für meinen Geschmack. Die anderen Haupt- und Nebencharaktere sind hervorragend von Mella Dumont beschrieben, schnell habe ich einen Einblick in das Leben dieser Personen bekommen. Insgesamt finde ich die ersten 10 Kapitel recht interessant, schnell und witzig, vor allem die Tatsache wie Biggi ihre Version des Big Brothers aufzieht. Vielleicht ist ja damals das Format bei Endemol ähnlich entstanden. Haha. Nicht ganz einer Wellenlänge mit Biggi war ich, als sie Rachevideo auf Youtube online stellt. Zudem habe ich mich gefragt, ob das andere Leute tatsächlich so brenzlich interessiert, wie es dargestellt wurde. Ich kann nur von mir sprechen und weiß, dass ich solche Videos eher überspringe und dann doch wieder bei den Book- und Beautyvlogeinträgen hängen bleibe.

Teil 2: Kapitel 10 bis 18

Nach wie vor liest sich die Geschichte recht flüssig, hier und da hat Mella Dumont einige witzige Momente eingebaut. Zudem wird in einigen Kapiteln ein überraschender Perspektivwechsel vorgenommen, der mich zunächst hat stutzen lassen, da diese unvorbereitet waren. Dennoch finde ich die Idee sehr gut, da Charaktere wie Bernhard oder Josie so die Chance erhalten bestimmte Ereignisse aus ihrer Sicht zu schildern, was sie im Nachhinein nicht komplett als Mistkerl oder Mistmädchen darstellt. Zwar erhält der Rest der Teilnehmer im Youtube-Big-Brother nicht diese Möglichkeit, jedoch sind sie allesamt auf ihre Art lustig und zum Teil auch tragisch. Jedoch stellt sich mir in diesem Zusammenhang eine wichtige Frage: Warum errät niemand Biggi als heimliche Investorin und Schöpfer des Formats, sind doch alle Teilnehmer direkt oder indirekt aus ihrem Umfeld. Scheinbar ist das Youtube-Big-Brother eine so grandiose Idee, dass die Einzelschicksale und der Krach im Container mehr wert sind als so „lapidare“ Fragen. Und wo ich schon von Schicksal rede, die Liebe hat zwischen all dem geradlinig verlaufenden Trubel auch noch Platz. Allerdings macht Mella Dumont trotz zweier potenzieller Kandidaten kein wirkliches Geheimnis daraus, auf wen die Wahl fällt.

Teil 3: Kapitel 19 bis Epilog

Im dritten und letzten Abschnitt erwartet dich dann der große Knall. Zwar haben sich die Ereignisse schon in den vorherigen 18 Kapiteln etwas zugespitzt, aber es gab bisher keinen Höhepunkt. Dramen in jeglicher Hinsicht sind somit in den Kapiteln 19 bis 26 vorprogrammiert. Wie bereits zuvor erwarten dich weitere Perspektivwechsel, die für etwas Abwechslung und auch Aufklärung der Situation sorgen. Das Liebesgeplänkel verläuft eher hintergründig und hat mich zum Ende enttäuscht. Nicht etwa weil ich mit der Wahl unzufrieden bin, sondern die Liebe den Eindruck erweckt, dass es schnell abgehandelt werden muss. Auf diese Weise werden die Ereignisse erst recht absurd und klischeehaft, schade eigentlich … Trotz alledem bleibt der Racheplan bis zur letzten Seite Hauptaspekt der Handlung, was der Botschaft des Buches einen bitteren Beigeschmack verleiht. Denn zusammen mit dem Epilog scheint Rache, üble Nachrede und eine Menge Geld ein ganz gutes Mittel zum Zweck zu sein, was in keinem Fall mit meiner Weltanschauung übereinstimmt.

Fazit

„Herzensrache“ von Mella Dumont ist ein kurzer und leicht zu lesender Roman. Der Leser darf Biggi auf ihrer Achterbahnfahrt begleiten, wobei diese für mich nur einen wirklichen Tiefpunkt hat, nämlich der Moment in dem sie von Bernhard und Josie erfährt. Danach geht es nur noch bergauf, mal schneller, mal langsamer. Es fügt sich quasi alles zum Guten. Dabei verliert der Roman jedoch nicht an Leichtigkeit und Charme vor allem in Bezug auf die Haupt- und Nebencharaktere, die mir allesamt sehr gut gefallen haben. Die Perspektivwechsel helfen obendrein die vermeintlichen Bösewichte besser zu verstehen, was sie zwar nicht sympathischer in ihren Taten macht, aber menschlicher. Doch vordergründig ist und bleibt das Rachespiel, welches trotz des Happy Ends einen bitteren Beigeschmack hinterlässt. Für mich präsentiert sich die Geschichte so, als ob mit Rache und übler Nachrede alles erreicht werden kann, auch wenn dabei nicht immer alles so kommt wie gedacht. Hier hätte ich mir vielleicht ein etwas ausstaffierteres Ende gewünscht als Zack Zapzarap. Ansonsten finde ich „Herzensrache“ Mella Dumont eine nette Lektüre für zwischendurch.

30-sterne

• Genre: Gegenwartsliteratur, Frauenroman • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (18. März 2014) • ASIN: 978-1500137533 • Seiten: 240 Seiten • auch erhältlich als Kindle-Version und Kindle-Version

(Buch © CreateSpace Independent Publishing Platform)

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