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Morgenstern 2: Todeszone Sinai

Morgenstern 2: Todeszone Sinai

INHALT
Anna, Wirtin der Kneipe „Schulz“, bittet Chris Morgenstern um Hilfe, da der Sohn einer sehr guten Freundin seit nun mehr zwei Wochen vermisst wird. Robert Beck, der Vermisste, arbeitet in Libyen und Ägypten für die medizinische Organisation OF (One Future). In den vergangenen Monaten hat er sich aufgrund der kritischen Lage regelmäßig gemeldet, doch seitdem das Büro in Kairo wegen gewalttätiger Tumulte aufgegeben wurde, ist auch von Robert keine Neuigkeit zu erfahren. Morgenstern willigt ein, die Suche nach dem verschollenen Sohn in die eigene Hand zu nehmen. In Kairo angekommen, begibt sich Chris zunächst zum OF-Gebäude, wo er sofort trockene Blutspritzer an den Wänden entdeckt. Um weitere Informationen zu erhalten, versucht er Kontakt mit der Polizei aufzunehmen. Zwar nimmt sich ihm ein Offizier an, aber die entsprechenden Fakten werden ihm nicht übergeben, ja man kann sich nicht einmal an Robert Beck erinnern. Daher beschließt Morgenstern, noch einmal das Gebäude aufzusuchen. Hier wird er von einem älteren Mann zur Seite gewunken, der ihn in ein Hinterzimmer geleitet. Dort wartet Farid, der ein Arbeitskollege und guter Freund von Robert ist. Von ihm erfährt Chris, dass Robert eine medizinische Mission im Sinai nachgehen wollte. Doch kurz nach seiner Ankunft brach der Kontakt ab und auch das OF-Gebäude wurde überfallen. Zudem stellt sich heraus, dass der Gang zur Polizei ein Fehler war, denn die Mitarbeiter sind auch nur Marionetten anderer gefährlicher Organisationen, die es jetzt wohl mit dem privaten Schnüffler Chris Morgenstern aufnehmen wollen…

REZENSION
„Morgenstern 2: Todeszone Sinai“ beginnt zwar ebenfalls mit der Vorstellung von Chris Morgenstern und seiner Nahtoderfahrung, die Grund für sein jetziges Schaffen als Privatdetektiv ist, setzt aber in keinem Fall da an, wo die erste Folge aufgehört hat. Denn hier haben sich die Macher entschlossen, den Hörer mit dem offenen Ende alleinzulassen, sodass zunächst keine weiteren Ermittlungen zu den Vorfällen in Potsdam angestrebt werden. Trotzdem verspricht Morgenstern in seinen anfänglichen Erzählungen, dass es sich hierbei um eine heikle und spannende Episode handeln wird. Da mich der erste Teil wenig überzeugt hatte, ist daher die Möglichkeit gegeben, dass „Morgenstern 2: Todeszone Sinai“ diesen Erwartungen sogar gerecht wird.

Ähnlich wie in der ersten Episode ist die Handlung durchaus strukturiert und leicht zu verfolgen. Es gibt keine großartigen Überraschungen. Dennoch baut sich die Geschichte nur langsam auf, kritisiert hier und da die schrecklichen Umstände von Korruption über Gewalt bis hin zu illegalem Organhandel, und überschlägt sich nahezu am Ende mit den Ereignissen und Prügelknaben aus allen Ecken Afrikas. Dabei vergisst es fast, warum Chris sich eigentlich in den Sinai begeben hat. Darüber hinaus wird Veronica Ferres scheinbar als eine Art Running Gag eingesetzt, denn Morgensterns Kumpel Knut trifft immer wieder auf die Gutste. Dass die Witze dabei ziemlich platt sind, ist eine andere Sache. Interessant ist auch, dass Morgenstern stets behauptet, was für ein armer Schlucker er doch sei und trotzdem wirft er mit den Euros nur so um sich und unterstützt damit mehr oder minder ja eigentlich noch die angeprangerte Korruption in Ägypten – „Reductio ad absurdum“ würde ich in dem Fall behaupten…

Die Klangkulisse wurde in „Morgenstern 2: Todeszone Sinai“ deutlich verbessert, kein Anzeichen von Schulprojekt oder Point-and-Click-Adventure. Das Stapfen im Sand oder das Tuckern eines versagenden Motors klingen allesamt sehr realistisch. Die Macher haben sich wirklich bemüht dem Begriff inszenierte Lesung gerecht zu werden. Dennoch ist es ungewohnt und zum Teil auch sehr ermüdend ausschließlich einer Person bei der Beschreibung aktueller Ereignisse zuhören zu dürfen. Es gibt durchaus Lesungen, welche beliebt und belebend sind, aber Olaf Reitz kann auch im zweiten Teil die Monotonie in seiner Stimme nicht unterdrücken und rattert seinen Text einfach nur runter. Aus diesem Grund klingen wieder einmal alle männlichen Charaktere gleich und die Damen wie eine abgeschwächte Variante einer Lilo Wanders oder Olivia Jones.

FAZIT
Zwar kann „Morgenstern 2: Todeszone Sinai“ eine deutlich verbesserte Musik- und Klangkulisse vorweisen, so ist aber die etwas orientierungslose Handlung genauso klischeebehaftet und langatmig wie der erste Teil der Serie. Einen großen Beitrag leistet dabei die immer noch sehr monotone Stimmfarbe von Olaf Reitz. Um qualitativ auch mit anderen Werken aus dem Hause Folgenreich mithalten zu können, sollten die Macher sich überlegen entweder ein Hörspiel aus der Idee „Morgenstern“ zu realisieren oder Reitz unter Umständen sogar auszutauschen. Andernfalls werden für „Morgenstern“ meiner Meinung nach bald keine Folgen mehr produziert werden.

20-sterne

• Genre: Krimi • Studio: Folgenreich/Universal (22. November 2013) • ASIN: B00GMVBLC2 • Dauer: 70 Minuten • Auch als mp3-Version erhältlich •

(Bilder © 2013 Folgenreich/Universal)

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