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Smaradgrün

Zurückgelassen mit Liebeskummer, stürzt sich Gwendolyn Shepherd, die Heldin und Zeitreisende des Film „Smaragdgrün“ in neue Abenteuer. Aber auch diese können sie nicht vollständig von der Tatsache ablenken, dass Gideon de Villiers, der zweite Zeitreisende, Gwen vermeintlich für die Zwecke des Grafen ausgenutzt hat. Aber auch Gideon ist reichlich verwirrt durch die jüngsten Ereignisse. So hat er herausgefunden, dass Gwens Leben von der Loge des Grafen bedroht ist, und versucht sie zu warnen. Seine Warnungen sind für Gwen nur leere Worte, weshalb er allein versucht, die Welt vor dem Grafen zu beschützen. Indes ist Charlotte Montrose, Gwens Cousine, den Mitgliedern der Loge äußerst behilflich. Sie verrät die beiden Zeitreisenden, die über den Verbleib des zweiten Chronographen wissen. Doch schnell erkennt auch Charlotte, dass die Loge sie nur ausgenutzt hat, und schließt sich mit Gwen und Gideon im Kampf gegen den Grafen zusammen.

Rezension:

In „Smaradgrün“ darf der Zuschauer ein letztes Mal die Reise mit Gwendolyn Shepherd vor und zurück in der Zeit antreten. Dieses Abenteuer wurde erneut von Felix Fuchssteiner und Katharina Schöde gedreht, sodass die Machart des dritten Teils der Edelstein-Trilogie seinen beiden Vorgängern stark ähnelt. Grundlegend ist das keine schlechte Idee, denn so waren „Rubinrot“ und „Saphirblau“ solide Kinounterhaltung für Fans der Edelstein-Trilogie. Allerdings haben Fuchssteiner und Schöde Elemente übernommen, die mir bereits im zweiten Teil nicht so recht gefallen wollten. Ergänzt wird die verzwickte Situation mit zum Teil unlogischen Handlungsabläufen. Aus diesem Grund kann auch ein prinzipiell gutgemachter Film nur mittelmäßig sein.

Bereits in der ersten Szene darf sich der Zuschauer ans Stirnrunzeln gewöhnen. In diesen wenigen Sekunden vor der Filmtiteleinblendung rettet Gwendolyn dem amüsanten James Pimplebottom in der Vergangenheit das Leben. Aus Filmen, wie „Zurück in die Zukunft II“, „Project Almanac“, u.v.m., weiß der interessierte Kinogänger, dass kleine Veränderungen in der Vergangenheit große Auswirkungen in der Zukunft haben. In „Smaragdgrün“ beschränken sich die künftigen Konsequenzen lediglich auf den Schulnamen. Eine weitere unlogische Abfolge ist das Weltuntergangsszenario, welches etwa ab Mitte des Films beginnt. Mir ist nicht klar geworden, warum aufgrund des Aufstiegs des Grafen und dessen Drang zur Unsterblichkeit die Börse zusammenbricht, Geld keinen Wert mehr hat und jeder Londoner Bürger anfängt, Lebensmittel zu bunkern. Eventuell wird dieser Sachzusammenhang im gleichnamigem Buch näher erläutert. Es gibt noch ein paar andere Momente im Film, in denen man das Nachdenken abstellen sollte, um letzten Endes das kurzweilige Abenteuer genießen können.

Nichtsdestotrotz gibt es eine Szene, in der ich bereits in „Saphirblau“ gedacht habe: „Das kann an Peinlichkeit nicht getoppt werden.“ Tja … Der Charakter Charlotte Montrose hat mir das Gegenteil bewiesen. Eben noch die teuflisch grinsende Intrigantin, urplötzlich die von Herzschmerz zerfressene Spritnase und schon das Partyluder schlechthin: Zappelnd kreischt Charlotte talentfrei im grünen Elfenkostüm „I love Rock ’n‘ Roll“ in der Version von Joan Jett. Vielleicht bin ich für solche Momente einfach nicht empfänglich genug, da ich eine zum Teil unverständliche Abfolge von Ereignissen eher akzeptiere. Auch die Tatsache, dass es offensichtlich helllichter Tag und die rasanten und gut pointierten Kämpfe bei Nacht stattfinden, störte mich nicht im Geringsten. Andererseits entspricht die Darstellung dem zickigen und vorlauten Charakter der Charlotte Montrose zu 100 Prozent, sodass von einer sehr guten schauspielerischen Leistung von Laura Berlin zu reden ist. Auch Johannes von Matuschka ist in seiner Rolle als Mr. Whitman aufgegangen. Er spielt den cholerischen Englischlehrer und neuen leicht psychopathisch angehauchten Vorsitzenden der Loge sehr glaubhaft. Die beiden Hauptdarsteller, Maria Ehrich und Jannies Niewöhner, schwächeln hingegen im letzten Teil der Edelstein-Trilogie. Besonders bei Niewöhner merkt man, dass Gideon de Villiers für ihn eine Vertragsverpflichtung darstellt. Er und Ehrich sind dennoch nach wie vor gute Jungschauspieler.

Neben den vermeintlichen Tiefpunkten bietet der Running Gag in Form von William Shakespeare wieder etwas zum Schmunzeln. Denn wer hätte es gedacht, Gwen mit ihren Zeitreisen hat Shakespeare zu einem seiner berühmtesten Sätze „Sein oder nicht sein“ inspiriert. Und genau während dieser Zeitreisen liegen die Stärken des Films. Meiner Meinung nach waren die Kostüme und Kulissen, wie z. B. die Häuser des englischen Landadels oder die britischen Küstenregionen, in „Smaragdgrün“ nicht nur aufwendig, sondern auch wunderschön anzusehen. Selbst der eigenwillige Catsuit, den Gwen in den finalen Szenen trägt, passt auf seine Art zum Gesamtbild.

Die Blu-Ray bietet zusätzlich zum annehmbaren Film die üblichen Trailer und Interviews an, sowie eine Komplettfassung für Schwerhörige und Gehörlose. In beiden Fällen sind Bild und Ton für Augen und Ohren ausgewogen.

Fazit:

„Smaragdgrün“ gehört zu der Kategorie „Man mag den Film oder eben nicht“. Selbst ich bin aufgrund der zum Teil unlogischen Handlungsstränge und einiger unrühmlicher Szenen hin- und hergerissen. Denn der Film bietet auch gute Schauspieler, gute Kulissen und Kostüme sowie eine kurzweilige Unterhaltung. Betrachtet man also „Smaragdgrün“ im Gesamtpaket der Edelstein-Triologie, so finde ich, schließt der Film die Geschichte um Gwen und Gideons Zeitreiseabenteuer zufriedenstellend ab.

• Genre: Buchverfilmung, Jugendfilm, Romantik, Abenteuer • Studio: Concorde Filmverleih (7. Juli 2016) • Dauer: 113 Minuten •

(Bilder © 2016 Concorde Filmverleih)

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